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Eine (fast) wahre Geschichte von der Insel Rügen
Eine (fast) wahre Geschichte von der Insel Rügen

Lärm im Naturschutzgebiet (überarbeitet)

Überarbeitet im Sept. 2020. Hier im Naturschutzgebiet auf Rügen sollte man Stille erwarten dürfen (nicht, dass wir`s täten, wir LEBEN ja noch!) – aber hier ist vielleicht ein Lärm in der Luft… – man o man.

Und die Krachmacher sind keine Autos, keine Kutter, keine Kinder, keine Vatertagsausflügler und auch keine Erntemaschinen – nein, es  sind nur Vögel! Aber die haben es drauf!

Und es sind weder die Nachtigall noch die Lerche, auch rauschen keine Wildgänse durch die Nacht und erst recht nicht nach Norden! Es sind keine hungrig kreischenden Möwen auf Raubflug nach Fischbrötchen oder Eistüten, und es sind auch keine klappernden Störche mit schreienden pränatalen Babies im Gepäck auf dem Weg zur Auslieferung, nein, es sind – wir sind auf Rügen! - schlicht und einfach Tausende Kraniche, die morgens und abends einen Höllenlärm in der Luft veranstalten.

Gut, das hätten wir wissen können, wir sind hier am Jasmunder Bodden, das ist am östlichen Rand eines Gebietes, das sich von Ummanz (eine Insel zwischen Rügen und Hiddensee), über die Insel Hiddensee, den Bock (ein Küstenstrich in Mecklenburg-Vorpommern) bis zum Zingst hinzieht. Hier – das behaupten die Tourismusmanager von Rügen und angrenzenden Gebieten – ist von August bis Oktober mit bis zu 40.000 (manche reden auch von 50.000, aber das spielt schon keine Rolle mehr) Kranichen die größte Kranichkolonie der Welt zu Gast. Sagt, wie gesagt, der örtliche Tourismusverband, der wird es wissen.

Niemand würde hier auf die Idee kommen, Kraniche als (zu) groß gewordene Piepmätze zu bezeichnen, das würde den Tieren wirklich nicht gerecht. Es handelt sich bei Kranichen in der Tat um ziemlich beeindruckende Vögel, ausgewachsen erreichen sie eine Flügelspannweite von über zwei Metern und ein Gewicht von bis zu 5 Kilogramm, also die Kranich-Kerle, die Kranich-Damen sind natürlich etwas zierlicher. Mit diesen Maßen sind sie deutlich größer und schwerer als z.B. Störche oder Fischreiher, die hier in der Gegend auch verbreitet vorkommen.

Bei den Maßen ist es kein Wunder, dass schon ein einzelner Kranich in der Luft einen ziemlichen Krach veranstaltet, nur so ein Gedanke: Ein Jumbojet ist ja auch nicht gerade leise.

Über uns ist offenbar ein Flugübungsgebiet der Kraniche, in dem sie den Formationsflug für den weiten Weg in die Winterferien ins wärmere Spanien und Portugal trainieren.

Einige können es offenbar schon perfekt, so gut halten sie die flugphysikalisch optimale V-Formation ein. Man hat sogar den Eindruck, die haben Spaß an der Sache. Wie beim Verfolgungsradrennen wechselt der Spitzenvogel (sehr verehrte Damen, auch wenn es sich um Vögelinnen handeln mag, ja ungefähr zur Hälfte handeln wird, bleibe ich in diesem Text gendermäßig völlig unkorrekt bei "der" Vogel und seinen Ableitungen), er schert seitlich aus, lässt sich zurückfallen und ordnet sich hinten in die Formation wieder ein, während der bislang Zweite die anstrengende Führungsposition im V für einige Zeit übernimmt, aber nur, um sich dann ebenfalls zurückfallen zu lassen. Und so weiter... Die Führungsposition ist fahrrad- und flugphysikalisch besonders kraftraubend, Kraniche wissen das, Fahrradfahrer bei der Tour de France auch, deshalb der stete Wechsel, der jeden Kranich mal in die kraftraubende Führungsposition bringt und meistens in einer kraftschonenden „Flügelvogel-“Position lässt ("Top Gun" lässt schön grüßen).

Nun stellen Sie sich vor, sie lägen im häuslichen Liegestuhl im Garten und hätten Himmel und nach und nach diverse Flugschulen über sich. Sie können dabei vielerlei Flugformationen beobachten: Einmal das oben schon beschriebene perfekte „V“ aus meistens 10 bis 12 Vögeln, dann "V´s“"aus bis zu 50 Tieren, die man auch als gutwilligster Beobachter höchstens als krampfhafte V-Versuche bezeichnen darf: Das „V“ ist krumm und schief, zeigt ungleich lange V-Arme, abgerissene V-Arme oder gar keine Arme, nicht einmal solche, die man vorher mit good will als Arm hätte bezeichnen können. Daneben gibt es Flugformationen, die nur „Sch…“ sind, weil kein V und keine Formation, die man mit irgendeinem Buchstaben bezeichnen könnte, sie sind rein gar nichts…

Heute habe ich tatsächlich mehrere Fast-Aufflugunfälle beobachtet, die beinahe zu Prügeleien der beteiligten Kraniche in der Luft geführt hätten – nee, da brauchen Sie gar nicht den Kopf zu schütteln, von wegen, jetzt spinnt er wieder, der Autor, also, ich hatte den Eindruck, die würden sich jeden Moment da oben zu prügeln beginnen, ehrlich!

Und Sie dürfen mir glauben, dass das vom Boden aus sieht echt witzig aussieht, wenn der Hintervogel plötzlich die Luftnotbremse zieht, um nicht in den Vordervogel hineinzufliegen, um den dann wieder nicht in seinen Vordervogel hinein zu schubsen und so weiter... Auf der Autobahn würde das als (Fast)Massenauffahrtunfall bezeichnet werden. In diesem Fall wohl als (Fast)Massenaufflugunfall!

Verehrte gender-gerecht-orientierte Leserinnen, Sie verstehen jetzt, warum ich bei „Flugvogel“ geblieben bin. Hätte ich von Vordervögelin geschrieben, hätten Sie mir spätestens an dieser Stelle der Beobachtungen unterschoben, ich würde keine Blondinen mögen, erst recht keine am Steuer resp. am Flügel! Was in München sogar zutrifft, wenn diese Damen ihren SUV nicht einmal vorwärts in eine Parklücke hinein gefahren bekommen… Aber wir waren ja beim Fliegen und bei Vögeln, kommen wir also wieder zu unseren Kranichen. München, das haben wir lange hinter uns!

Bei der Frage ob es sich kranichmäßig um „Manderl oder Weiberl“ handelt, verehrte Leserinnen, habe ich dann noch das zusätzliche Problem, dass ich auch mit korrekt eingestelltem Spektiv (= Fernglas) keinen Kranichkerl von einer Kranichin unterscheiden kann! Sie vielleicht, obwohl ich das nicht glaube, ich jedenfalls nicht.

Hier über dem Jasmunder Bodden und umgebenden Feldern wird vom späten Morgen bis in den frühen Abend fleißig V-Fliegen geübt. Ich habe übrigens den Eindruck, dass sich das Flugvermögen der Kraniche über die letzten Tage deutlich verbessert hat – klar, wir hatten gutes Flugwetter: Sonnig, mit einigen Wolken, 4 bis 5 Windstärken (ohne Böen) – da startet und fliegt sich`s wahrscheinlich gut und leicht, denke ich mir. Und da macht das Fliegen eben auch Kranichen besonders viel Spaß.

Also, wenn ich Kranich wäre, bei dem Wetter würde ich fliegen wollen. Aber nur wenn ich nicht gerade fressen müsste. Fressen ist natürlich mindestens so wichtig wie Fliegen, schließlich braucht es viel Kraft für den Flug von Groß-Rügen bis Spanien (sowohl die Hiddenseer, als auch die Bockster und Zingster und schließlich die Portugiesen mögen mir verzeihen, das ich sie hier nicht aufgezählt habe, aber man kann nicht immer alle Beteiligten nennen, wenn man textlich im Rahmen bleiben will – auch bei Bayern München werden meist nur Lewandowski und Müller und – wenn er denn spielt – Gnabry genannt…).

Ich denke mir, dass die alten Kraniche, also die, die schon zwei oder dreimal in Spanien (ja, ich weiß, und Portugal, also auf der iberischen Halbinsel) waren, dem jährlichen Nachwuchs das Formationsfliegen beibringen müssen. Angeboren scheint ihnen nur das Fliegen zu sein, nicht aber das „richtige“ Fliegen, also das Fliegen in Position in Formation.

Aber die Doofen können nicht nur die Jungen sein, auch ein paar von den Alten müssen das Formationsfliegen offenbar jedes Jahr neu lernen, die haben wohl etwas anderes im Kopf…

Ich stelle mir das so vor: Jede Formation – nennen wir sie einmal „Staffel“ – hat natürlich mindestens einen Staffel-Capo, der hat das Schnattern (ich meine natürlich das Sagen, aber unter Kranichen wird nun einmal geschnattert). Und jeder Capo-Boss ist für seine Staffel und deren Flugschüler und deren Unversehrtheit verantwortlich.

Wahrscheinlich treffen sich die Staffel-Capos und -Bosse der verschiedenen Staffeln abends am Boden am Bodden, um sich zu erzählen, dass in diesem Jahr nun gerade die Allerdümmsten aus den Eiern gekrochen wären, und dass die Jungen jedes Jahr frecher aber eben auch immer dümmer würden... Was war das noch für eine goldene Zeit für ihre Capos gewesen, als sie selbst das Fliegen gelernt hätten; da war alles anders und mindestens viel besser... Und sie selber seien vom ersten Tag an schon echte Fliegerasse gewesen, dagegen wäre der Rote Baron ..., naja ... Kaum hätten sie das letzt Stückchen Eierschale abgeworfen, da hätten sie schon Stürmen in der Luft getrotzt, da würde die Jungen von heute nicht einmal von träumen können. Naja, wäre eben eine andere Zeit gewesen, und ihre Capos eben noch ganze Kranich-Kerle, stahlharte Kranich-Kerle sogar. Mein Gott, was hätten die uns Jungen da abverlangt...

Aber, keine Sorge, das würden sie natürlich noch hinkriegen, es seien schließlich noch ein paar Tage Zeit bis zum großen Abflug… Aber die Jungen seien schon viel dämlicher als sie damals gewesen waren, das könnten sie beurteilen, wer sonst, sie seien schließlich dabei gewesen, mein Gott, womit hätten sie das nur verdient?

Die ersten Übungseinheiten, stelle ich mir vor, haben vermutlich am Boden stattgefunden – nennen wir es Positionsstehen; dabei muss jeder Kranich seine Startposition (in der Luft) erst einmal am Boden einnehmen. Das wird schwierig genug sein für den Capo, bis er alle da stehen hat, wo er sie haben will (ja, meine gender-gerecht-orientierten Damen, es kann auch eine Capeuse sein! Von mir aus). Das wird ein Gewurle sein, unglaublich.

Garantiert werden zwei oder drei Kraniche zum Positionsstehen zu spät gekommen sein, und zwar ausgerechnet die, die sich vorne einordnen sollen, andere interessieren sich mehr für das leckere Gras am Positionsstehplatz, dem sie nicht widerstehen können, man muss schließlich Kraft tanken, und wieder andere werden irgendwelche alten Geschichten ´rumtröten (Sie erinnern sich an den anfangs erwähnten Lärm, den die Vögel zu machen im Stande sind?), die sie bei dem berühmten Sturmflug vor drei Jahren über den Pyrenäen erlebt haben, als nur drei von 20 gestarteten Vögeln durchkamen – und das alles nur, weil sie damals… Sie verstehen, liebe Leser?

„Schnauze“, werden sie vom Capo unterbrochen (eine Capeuse hätte vermutlich höflich gebeten und wäre deshalb vermutlich schon an dieser Stelle jämmerlich gescheitert), „Schnauze, habe ich gesagt, stillgestanden an der Position. Soll das etwa eine Position sein? Soll das etwa eine Haltung sein? HALTUNG! Ist das etwa Gras im Schnabel? Ja, wo sind wir denn hier, was glauben wir denn?“. Und so weiter, wer beim Bund war (egal ob männlich oder weiblich) weiss, wie das weiter geht… 10 Ehrenrunden mit einem Stein im Schnabel über den Standplatz, aber dalli, etc., usw.

Weil ein paar ganz blöde Gänse (unter Kranichen ist „Gans“ ein schweres Schimpfwort) ihre Position nicht finden können, werden alle losgeschickt, sich einen kleinen Stein zu holen und an die Stelle zu legen, wo ihre Position sein soll. Langes Hin- und Hergerenne, Suche  nach den richtigen Steinen, dann langes Hin- und Hergeschiebe der Steinchen bis die richtige Position gefunden wurde. Erste Prügeleien am falschen Stein: „Das ist meiner!“. „Nein, meiner!“ Alle müssen ihren Stein auswendig lernen, bis sie ihn „blind“ resp. im Dunkeln erkennen (würden).

Jeder Capo rennt derweil verzweifelt flügelschlagend um seine Staffel. „Wisst Ihr, was ein V ist oder wie ein V aussieht, Ihr Krücken?“. Es stellt sich heraus, dass die meisten Jungkraniche kein V und kein W und kein X kennen. Deshalb machen sie sich selbst ein U für ein X vor. Kein Wunder, dass das nichts wird. Also V lernen: Der Capo zeichnet mit einem Stöckchen im Schnabel nach mehreren Versuchen ein fast perfektes V in den Boden, alle müssen kommen, um es anzuschauen und zu staunen. „Boaaah, das ist ein V?, fragen welche, „Ja, wie soll man das denn wissen?“. „Könnte aber auch eine Pfeilspitze sein“, naseweist ein Kranich-Witzbold. „Oder unsere Flugrichtung!“, ein anderer. „Oder ein Schnabel?“

„NEI-EN!“, verzweifelt das Capo fast, „Das ist ein V! Ein V, und das ist unsere Formation“, erklärt er! Dann ist wieder Formationsstehen in V-Form angesagt. Jeder muss sich seinen Vorder- und Hinterkranich merken. Und seinen resp. ihren Stein.

Anschließend müssen alle (wild schnatternd) durcheinanderlaufen, nur, um und dann auf einen plötzlichen Capo-Tröt hin wieder ihre Position wiederzufinden. Das ist für Kraniche und Kranichinnen keine leichte Aufgabe! Das dauert. Das will geübt sein. Am Boden. Irgendwann klappt es trotz aller Widrigkeiten aber. Einmal, zweimal, dreimal. Jeder Kranich hat seinen Stein.

Schließlich müssen sich alle beim Durcheinanderlaufen die Augen mit den Flügeln zuhalten und ihre Position „blind“ finden – Nachtflugübung nennt der Capo das, weil wir auch nachts fliegen, ohne Positionslichter. Top Gun weiß, wie schwierig das ist! Und wehe, ein Kranich bescheißt und pliert durch die Flügel… Ja, das gibt Ärger und mindestens eine Stunde Strafpositionsstehen.

Endlich, endlich... heißt es, aufgemerkt, Kraniche, in dieser Formation will ich euch in der Luft sehen. Und jetzt Abflug und Einnahme der Position in 30 Sekunden, Flughöhe 100 – ab jetzt!

Allgemeines Geflatter (Lärm!), Durchstarten, Kraniche rauschen durch die Luft (Achtung, auch wenn Sie jetzt mitsingen wollen, es geht weder um Gänse, noch in der Nacht!), finden sich in Flughöhe 100 ein (Noch ein Hinweis: Flughöhe 100 reicht, Kraniche rechnen nicht in Metern!). Ein trompetenartiges Tröten des Capos und die Kraniche nehmen ihre Position in ihrem V ein. Jetzt ist es endlich ein erstes Positionsfliegen, zumindest ein vager Versuch, aber kein Positionsstehen mehr wie am Boden…

Das V sieht zunächst wieder grauenhaft aus, manchmal wie ein W, ein anderes Mal wie ein X, selten wie ein umgekehrtes T, jeder der Capo ist entsetzt – denn er fliegt leicht außerhalb und oberhalb des gewünschten V´s, um die Formation zu überwachen. Großer Kranich, denkt er (ein Mensch würde an dieser Stelle entweder Mein Gott denken oder gotteslästerlich fluchen), was soll das denn sein? Ein V etwa? Hoffentlich sieht das keiner.

Letzteres trötet er auch heraus. Er fliegt zu einem Flügelkranich und schnauzt ihn an, ob das etwa seine "Position" sei? Der fällt fast vom Himmel, weil er vor Schreck das Flügelschlagen vergisst… Fliegen, brüllt ihn der Capo daher an, Fliegen geht mit Flügeln, ohne Flügel geht das tragisch aus…

Dann muss er zwei andere Kraniche zusammenscheißen, die sich im Flug Witze erzählen, und deshalb die anderen vor Lachen aus der V-Reihe fliegen.

An dieser Stelle sollte eigentlich das Gespräch von mehreren Kranichinnen kommen, die sich während der Flugversuche über Nestbau, Nestpflege und das Eierlegen unterhalten. Aber die Redakteursgattin meinte nur süffisant, wenn DU meinst, DU könntest Dich in Eier legende Kranichinnen hineinversetzen… Um den Familienfrieden im Urlaubsdomizil zu erhalten, verzichtet der Redakteur an dieser Stelle auf diesen Teil der Geschichte, schade.

So geht das den lieben langen Tag (er beginnt so gegen fünf Uhr morgens und endet gegen einundzwanzig Uhr), starten, V-Fliegen, landen, starten, V-Fliegen und dabei Schnabel halten - unterbrochen nur, wenn unten ein leckeres Feld zur Rast lädt. Die Bauern der Gegend sehen die Kraniche auf ihren Felder mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Lachend, weil die Kranich-Spotter ihre Fremdenzimmer mieten und richtig Geld bringen. Das angeblich weinende Auge ist eh nur Show, weil sie für die Ernteverluste von der Landesregierung entschädigt werden – nicht genug, natürlich, welcher Bauer hätte schon einmal genug Entschädigung für irgend etwas bekommen? Immerhin, für ein paar neue Ferienhäuser für Kranich-Spotter wird es schon reichen...

Ich hatte schon erwähnt, auch das Rund- und Dickfressen gehört in der Gegend zwischen Ummanz und Zingst dazu. Auch gilt unter Kranichmännchen ein rundliches BBW-Weibchen als besonders schön, welches sie gerne unter Abschmettern von Liebeströtern umfliegen (glaube ich, das ist aber wissenschaftlich ausnahmsweise nicht belegt, aber nur vom Schreien der Capos bzw. Capeusen kann der unsägliche Lärm nicht kommen. Außerdem heißt es. SEX SELLS, Sie verstehen?).

Das gibt natürlich schon wieder Ärger mit dem Capo, kommt bei den Kranichinnen aber gut an. Erklären würde es auch einige der abstrusesten Luftbilder, die ich beobachtet habe. Vielleicht ist das Beinahe-von-hinten-Auffliegen ja auch gar kein Unfall, sondern ganz etwas anderes? Eine "Position" der etwas anderen Art vielleicht?

Das ist natürlich nicht alles, was sich in der Luft so abspielt, aber mehr kann man von unten eigentlich nicht sehen, und irgendwann sind die V´s tatsächlich ganz in Ordnung und der große Flug gen Süden kann kommen.

Eines Tages im Oktober sind plötzlich alle Kraniche weg. Und himmlische Ruhe herrscht im herbstlich-nebligen Naturschutzgebiet, aber dann sind wir schon lange nicht mehr da… Denn dann ist das Wetter hier ungemütlich, nur für Einheimische zu ertragen, die eh nix anderes kennen. Und die jetzt Zeit haben, die Entschädigungsanträge auszufüllen und mit denen der Nachbarn abzustimmen.

Und im März rauscht es wieder in der Luft, dann kommen die Kraniche (nicht alle! Wir gedenken einen Moment deren, die es in Portugal als sog. "delicioso grande pássaro de Rügen" [= "leckerer großer Vogel aus Rügen"] nur bis in die Töpfe der Einheimischen geschafft haben. Also, ein Moment der Stille... Wenn Sie sich beim Lesen bitte kurz erheben wollen… Danke, setzen!) zurück aus dem Süden, sie bleiben aber nur kurz, um hier zu schnattern und zu fressen, was noch auf den Feldern ist, und fliegen dann weiter in ihre Brutgebiete im Norden (und der ist noch weit). Da heißt es dann, Partner finden, Eier legen, schlüpfen lassen, Brut großziehen usw. Und dann ist da im Norden auch schon wieder Zeit, sich aufzumachen und bald ist hier die Hölle los. Aber das ist nicht mehr unsere Geschichte. Nur dieselbe.

 

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