Dieses ist eine sehr persönliche Website mit von mir erstellten oder ausgesuchten Inhalten. Diese sind - v.a. bei Textbeiträgen - weder "politisch" (hoffe ich) noch "gendermäßig" korrekt, und auch bei der Sprache "pfeiffe" ich auf Zustimmungen der Duden-Redaktion.

Was finden Sie hier? Quergedachte Texte, Bilder aus der Wahlheimat = von der wunderschönen Insel Rügen und Filme übers Glasmachen.
Ich hoffe, Sie haben trotzdem oder gerade deswegen Spaß auf dieser Website, die etwas anders sein will!

Empfehlung der Redaktion:
Kunstort auf Rügen:Wassermühle

Bei den Feuersteinfeldern handelt es sich um Ablagerungen von Feuersteinen aus der Jura- und Kreidezeit. Der Jura begann vor etwa 201,3 Millionen Jahren und endete vor etwa 145 Millionen Jahren. Die Kreidezeit begann vor rund 145 Millionen Jahren mit dem Ende des Juras und endete vor etwa 66 Millionen Jahren. Die netten kleinen Klamotten sind also ziemlich alt.

feld1Feuerstein ist ein Kieselgestein und besteht nahezu ausschließlich aus Siliziumdioxid (SiO2). Bevorzugt werden solche Bildungen mit dem Begriff Feuerstein belegt, die in feinkörnigen marinen Kalksteinen entstanden sind (also in Meeren in Jura und Kreide).

Feuerstein kommt in Deutschland vor allem in der Kreide von der Helgolander Düne, Rügen (in den Kreideablagerungen und den Feuersteinfeldern!), Lägerdorf (Schleswig Holstein) und Hemmoor (Niedersachsen) vor. Sekundär umgelagert findet er sich im gesamten nordmitteleuropäischen Gebiet, dort lokal auch extrem angereichert – und damit sind wir schon wieder bei den Feuersteinfeldern in der Schmalen Heide.

Die Feuersteinfelder befinden sich im nördlichen Teil der „Schmalen Heide“ bei Mukran. Auf einer Fläche, die ungefähr 2,5 km lang und 300 m breit ist, reihen sich diverse verschieden große  Feuersteinfelder, die wieder durch Feuersteinwege miteinander verbunden sind, aneinander.
Die Feuersteinfelder entstanden angeblich durch eine Reihe von Sturmfluten vor ca. 3.000 bis 4.000 Jahren, als sie aus der sie umgebenden Kreide ausgewaschen wurden.

Bis ins vorige Jahrhundert waren die Feuersteinfelder praktisch „pur“, also nur Steine, fast vollständig vegetationsfrei. Um 1840 kam irgendwer auf die Idee, die „Schmale Heide“ mit Kiefern zu bepflanzen. Zwischen den Feuersteinfeldern entwickelte sich ein Bewuchs aus Sträuchern und Büschen, besonders Heidekraut und Wachholder.

Irgendwann waren die Feuersteinfelder als solche nicht mehr zu erkennen, da sie fast komplett zugewachsen waren. Auf Initiative des Rügener Naturschutzbundes wurde Jungwuchs und dichte Heide ausgerupft. Somit konnte diese (ziemlich) einmalige (touristische) Besonderheit wieder hergestellt werden.

Wie gelangt man zu den Feuersteinfeldern?

Wald1Wer mit dem Auto anreist, kann am südlichen Ortsausgang von Neu Mukran einen kostenpflichtigen Parkplatz nutzen. Von hier führt ein 2-3 km (verdammt) langes System von Waldwegen zu den Feuersteinfeldern. Profiwanderer und Radfahrer lachen nur über mein „lang“...

„Lang“ ist der Weg für ungeübte Wanderer. „Lang“ auch deshalb, weil der ausgeschilderte Weg ein weites „U“ macht, um die einzige Brücke über die Eisenbahngeleise zur Querung zu nutzen. Wer sich auskennt (und sich traut) kann eine Abkürzung wählen, die vermutlich verbotenerweise die Geleise ohne Brücke quert – dann kann man die Hälfte der Strecke einsparen...

Und wenn man genug von der Natur und den Klamotten hat und den Weg zurück zum Parkplatz gefunden hat, findet nach wenigen Hundert Metern in Richtung Mukran/Sassnitz die Bäckerei Peters als „Belohnungshäuschen“... Ich empfehle die Kutterstulle.

Schiff1000

Technikfreaks kommen dann im Hafen von Neu Mukran auf ihre Kosten, da hier die Komponenten der Windkraftanlagen für Offshore-Windparks auf „Wahnsinnsschiffe“ verladen werden