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Früher war alles einfacher, da hieß das hier Querdenken, Querdenkereien oder Quer-ich-weiß-nicht-was. Dann kamen diese unegalen Möchtegern-Querdenker, die verrückten Ärzte, Köche, Nazis, Impfgegner und Gates-Feinde, die allesamt Corona ablehnen, und das auch öffentlich abstands- und maskenlos protestieren. Mit denen möchte ich bitte auf keinen Fall in einen Topf geworfen werden. Deshalb kein Querdenken mehr, das könnte verwechselt werden, jetzt bin ich eben am ceterum censeo...
 Bananenbuch
"Wenn Bananen "Wenn Gondeln Trauer tragen" sehen.
Ein außergewöhnlicher Fotocomic, den man gelesen haben muss

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Fahrradfahren ist (gar nicht sooo) tödlich

In der SZ online schrieb Christina Kunkel am 9. Juli 2019 um 14:49 Uhr unter der Überschrift „Unfallstatistik 2018. Immer mehr Radler sterben im Straßenverkehr“. Das hört sich zunächst einmal schlimm an.

Im Text heißt es dann weiter: „2018 (starben) bei Verkehrsunfällen in Deutschland 3275 Menschen. Das waren 95 mehr als 2017, ein Plus von drei Prozent. Weitere 396 000 Menschen wurden verletzt, was einer Zunahme von 5706 oder 1,5 Prozent entspricht. Besonders stark fiel der Anstieg bei Radfahrern aus. Im vergangenen Jahr gab es elf Prozent mehr Radunfälle, die Zahl der getöteten Radler stieg sogar um 17 Prozent“.

Immer noch schlimm – aber aussagefrei, zumindest wenn man bedenkt, dass die SZ sich als Qualitätspresse versteht. Es gab also 11% mehr Radunfälle und die Anzahl der getöteten Radler stieg um 17%. Das hört sich ja wirklich schlimm an – wenn man es so stehen lässt...

Nirgendwo findet sich eine Angabe zu folgenden Zahlen, die es aber brauchte, wenn die Meldung Relevanz gewinnen sollte:

  • Wie viele Menschen besitzen ein Fahrrad?
  • Ist die Zahl konstant oder sind es vielleicht mehr Fahrräder geworden?
  • Wie viele Menschen fahren Fahrrad?
  • Ist die Zahl konstant oder sind es vielleicht mehr Fahrradfahrer geworden?
  • Wie häufig fahren die Fahrradbesitzer mit dem Rad? Wenn es sehr viele sind, die sehr selten fahren, sind die vielleicht unsichere Kantonisten auf dem Fahrrad im Straßenverkehr?
  • Wo fahren die Menschen Fahrrad? Land, Stadt oder Innenstadt? Ist das Verhältnis konstant oder wird mehr in Hochrisiko-Gebieten (Innenstadt) gefahren?
  • Sind die gefahrenen Strecken gleichgeblieben oder vielleicht länger geworden?
  • Wie verhält es sich mit der Altersverteilung – sind da vielleich mehr  „ruppig fahrende“ Männer zwischen 18 und 35 dabei oder (verkehrsunsichere) Kinder oder (verkehrsunsichere) sehr Alte dabei.
  • Wie viele Fahrradfahrer tragen einen Helm?
  • Wie verhält es sich mit dem Verkehrsregeln-Einhalten der Fahrradfahrer zu den Untersuchungszeitpunkten

Das sind einige Fragen, die mir ad hoc eigefallen sind, es gibt ganz sicher mehr... Aber ohne diese Mindestangaben sind die o.g. Aussagen zu Unfällen und tödlichen Unfällen von Radfahrern bei aller persönlichen Tragik der Betroffenen und ihrer Angehörigen im wahrsten Sinne „wertfrei“ und keine Publikation in sog. Qualitätsmedien wert, finde ich. Man (= Journalistin) muss solche Zahlen doch im Kontext betrachten und darstellen, stellt sie sie für den unbedarften Leser „einfach so“ in die Zeitung, ist das keine Information, sondern Meinungs- und|oder Panikmache. Kann man drauf verzichten, finde ich...

Irgendwann bekommt die Autorin das auch noch mit und weist darauf hin: „Allerdings sind auch immer mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs, was die Statistik nicht berücksichtigt“. Noch weiter hinten im Text heißt es dann: „Täglich stirbt ein Radfahrer“.

Das ergibt 365 Tote pro Jahr. Es fehlt aber auch wieder jede Angabe, die diese Zahl irgendwie relativiert. Sicher ist jeder Tote einer zu viel. Aber ein Statistiker würde errechnen, wie viele von denen in dem Jahr „sowieso“ (an anderer Ursache gestorben wäre). Und die Teilnahme am Straßenverkehr IST ein Risiko, nicht jeder der daran teilnimmt kommt darin um... Aber ein Risiko bleibt. Das müsste mal einer berechnen. Ist doch ganz einfach 365 Tote zu 7 Milliarden Fahrradfahrten im Jahr (70 Millionen Fahrräder in der BRD und 100 Fahrten pro Jahr angenommen) in Relation setzen. Das ergibt ein Risiko für jede Fahrt von 0,000.005.2%. Das erscheint denn doch gering, oder?

Aber wenn man nur so liest 365 Fahrradtote pro Jahr, würde auf jedem Fahrrad wahrscheinlich ein Warnhinweis stehen: „Fahrradfahren ist tödlich“.

Ich bin kein Statistiker, daher nur ein Beispiel: Ca. 60.000 Menschen sterben pro Jahr (oder 165 pro Tag) in der BRD am Herzinfarkt. Davon wird nicht oder kaum geredet, das wird mehr oder weniger (tonlos) hingenommen. Weil die Fahrradfahrer eine bessere Lobby haben, vermute ich. Jeder Fahrradfahrer, der unter einen rechtsabbiegenden Laster kommt, schafft es in die Nachrichten – nicht einer von den Herzinfarkt-Toten... Ich will die 365 Fahrrad-Toten nicht relativieren – oder nee, doch, warum eigentlich nicht?

Das erinnert mich an eine Meldung, die vor ein paar Monaten durch die Presse geisterte, und die mich auch geärgert hat: „Drei Milliarden Insekten durch Windräder getötet“... Bei Nachfragen nach Nachrechnen kam heraus, dass das eine zu vernachlässigende Größe war, keine Meldung wert...

Ich denke mir, auch Qualitätsmedien müsste man mal aufmerksam und kritisch lesen. Dann würde man nämlich merken, wie wenig Journalisten von den von ihnen veröffentlichten Texten|Themen verstehen und auch andere Meldungen, z.B. in der Kategorie „Putin bombt in ...“ oder so, kritisch sehen. Viel Spaß!

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