KB01 250Für neue Leser: Diese Website zeigt unsere - Slartibartfass und meine - sehr persönliche Sicht vom Leben, vom Universum und dem ganzen Rest. Sie will weder politisch "korrekt" sein, noch kümmert sie sich in den meisten Fällen um die Meinung der Duden-Redaktion zu Schreibweisen. Was sie aber keinesfalls will, ist a.) Fake-News oder b.) Verschwörungstheorien  verbreiten. Dieses ist eine Website zum Stöbern, Sie finden viel, echt, lesen Sie sich fest! Mehr als 250 Texte (manche fast 10.000mal aufgerufen). In den Bereichen "Meine Kommentare" und "Quergedacht" finden Sie kaberettistisch angehaucht Texte. "Stories" sind auch eher leicht verrückt zu lesen und "Meine Krimis" - das ist selbsterklärend. Teilweise finden Sie hier ganze Bücher. Die Foto-Bereiche sind eher schön. 


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Früher war alles einfacher, da hieß das hier Querdenken, Querdenkereien oder Quer-ich-weiß-nicht-was. Dann kamen diese unegalen Möchtegern-Querdenker, die verrückten Ärzte, Köche, Nazis, Impfgegner und Gates-Feinde, die allesamt Corona ablehnen, und das auch öffentlich abstands- und maskenlos protestieren. Mit denen möchte ich bitte auf keinen Fall in einen Topf geworfen werden. Deshalb kein Querdenken mehr, das könnte verwechselt werden, jetzt bin ich eben am ceterum censeo...
 Bananenbuch
"Wenn Bananen "Wenn Gondeln Trauer tragen" sehen.
Ein außergewöhnlicher Fotocomic, den man gelesen haben muss

Hier in voller Länge

Alter weißer Mann

... ist ein Zustand, eine Zustandsbeschreibung und – seit Trump – ein Schimpfwort nicht nur für seine Wähler.

Also ich leide unter dem Zustand „alter weisser Mann“ (ich bin alt, ich bin weiß) und wähle Trump garantiert nicht, ich würde ihn auch nicht wählen, wenn ich dürfte, nee, never ever!

Alter weißer Mann – das ist verbittert, das ist dumm (geworden), das ist rechts, das ist arm (geworden). Auf mich trifft nichts zu (außer alt und weiß): Ich bin nicht verbittert, ich halte mich auch nicht für dumm, obwohl ich das ZEIT-Kreuzworträtsel (gibt´s das noch?) fast nie vollständig gelöst habe. Inzwischen nehme ich die Herausforderung nicht mehr an – ein Zeichen von Klugheit, oder? Obwohl, ob man dumm ist, ist für den Dummen schwer festzustellen, glaube ich. Aber ich sehe nie RTL, nie RTL II oder SAT 1 – das spricht auch nicht für ausgesprochene Dummheit. Ob ich deshalb klug bin? Das ist eine Definitionssache. Mit Gedichten habe ich es nicht so, mit Astrophysik schon – urteilen Sie selbst. Ach so, wo wir gerade bei Dummheit sind: Wenn Sie hier Tippfehler finden, dann dürfen Sie sie behalten. Rufen Sie nicht an. Ich stehe darüber, ehrlich...

Aber ich war noch nicht fertig: Ich bin keinesfalls rechts und nicht arm. Naja. Im Vergleich mit Reichen vielleicht schon. Aber mir reicht es. Mein Opa hat mir in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts mal gesagt: „Slarti“, hat er gesagt, „wenn ich am Monatsende 5 DM über habe, dann bin ich reich“. Gut, das mag eine diskussionswürdige Definition von „reich“ gewesen sein, aber ihm hat es gereicht. Anderen nicht. Natürlich nicht. Die sind dann richtig reich geworden.

Übrigens, falls es hier junge Leser geben sollte, die DM, das war die Deutsche Mark, DAS war einmal eine Währung, unsere Währung nach der Währungsreform... Ach was, googled das man lieber. Man, das waren Zeiten mit der DM...

Okay, ich bin also weder verbittert (warum auch?), auch nicht dumm (nach meiner persönlichen Definition), ich habe noch nie rechts gewählt (das schließt für mich CDU/CSU ein) und ich bin nicht arm. Aber ich bin ein alter weißer Mann.

Und ich denke, dass „damals“ (damals? Damals!) vieles, na gut, einiges oder mindestens manches besser war. Nicht alles, das nicht, keinesfalls – zum Beispiel...

Also, als ich ein Kind war, gab es keine Handies! Super! Raus aus der Wohnung und wir waren für den Rest des Nachmittages unauffindbar... Deshalb gab es auch keine Helikoptereltern. Am Abend kamen wir dreckig, abgerissen und mit blutenden Knien nach Hause. Waschen, Pflaster drauf und Abendbrot. Fertig. In die Schule musste wir zu Fuß – Schulbusse? Vergiss es... Höchstens für sog. Fahrschüler – und die kamen von richtig weit her.

Um aufs Gymnasium oder die Oberschule zu kommen, mussten wir nach der vierten Klasse eine Aufnahmeprüfung machen. Na und?

In der ersten Oberschulklasse, der Sexta, waren wir 48 Schüler, Abitur haben wir dann mit insgesamt 12 Schülern gemacht. Selektion war selbstverständlich. Na und?

Das Studium war kostenlos und nach dem Studium war ein guter Arbeitsplatz sicher. Praktikum? Vergiss es.

Wir waren eine Goldene Generation. Ich meine damit die ab 1948 bis 1960 geborenen Kinder. Und ich beziehe es auf Schule, Studium und Beruf. Niemand hat vom „Job“ gesprochen, wir hatten „Arbeitsstellen“ oder „Stellen“. „Job“ war etwas Kurzfristiges.

Medizinisch waren wir noch keine Goldene Generation. Kinder wurden krank, manche verschwanden – tot! Dass ich 1954 einen durchgebrochenen Blinddarm überlebt habe, war wohl eher Glück. Ich kenne noch Kinder, die an Kinderlähmung erkrankten und die mit Krücken herum humpelten. Eine eiserne Lunge war etwas, das man kannte. Wir bekamen Lebertran zu essen, um minderwertige Ernährung auszugleichen. Man, das Zeug war ekelhaft. Aber es scheint gewirkt zu haben. Butter war etwas Besonderes, Margarine selbstverständlich. Fleisch gab es ein- oder zweimal in der Woche, Obst nur dann, wenn die entsprechende Saison war. Anderes als eine lokale Versorgung der Lebensmittelläden undenkbar. In Kartoffeln tummelten sich viele Lebewesen, die mussten ausgestochen werden. Manchmal aß man eines mit, das war gut fürs Immunsystem, von dem ich nicht weiß, ob die normale Mutter und Haufrau je davon gehört hatte. Ich glaube eher nicht.

Meine Mutter war Hausfrau. Wenn ich aus der Schule kam, gab es ein warmes Mittagessen. Schulaufgaben wurden unter ihrer Aufsicht gemacht. Ganztagsschule? Brauchten wir nicht.

Wir waren nicht reich. Wir waren Mittelschicht. Meine Eltern haben sich abgestrampelt, dass ich es einmal besser haben sollte. Haben sie geschafft. Danke dafür!!!

Goldene Generation, ich sage es ja. Doch doch, je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr steht für mich fest, manches mag primitiv gewesen sein (nur kaltes Wasser aus dem Hahn), manches würde ich nicht mehr wollen (das Klo auf der halben Treppe, das ich von meinen Großeltern kannte), solche Sachen sind heute besser. Aber zu welchem Preis?

Alles in allem: Es war besser...

Aber heute ist auch etwas besser: Wir bleiben gesünder! Auch als Alte. Zumindest im Kopf, glaube ich, die Knochen tun scheiß weh! Wir verkleiden uns als Junge - ich spreche von Jeans und Chinos und Polohemden. Wir sterben später. Das finden allerdings nicht alle gut... 

Ich bin also ein alter weißer Mann in Jeans und Polohemd geworden. Aber ich kann weder für alt (das kommt von selbst) und auch nicht für weiß (das ist nun einmal so). Und manchmal grummle ich so vor mich hin – aber dann bin ich froh, dass mir die Zukunft, Eure Zukunft  gestohlen bleiben kann. Ich werde sie ja nicht erleben. Dann war ich ein alter weißer Mann gewesen. Gott sei Dank.

Und kommt mir ja nicht damit, ich würde den kommenden Generationen die Rente klauen oder das Klima versauen. Ich habe 50 Jahre lang die Rente von anderen Alten finanziert und die Schulen und Universitäten von den Jungen. Nein, ich will keinen Dank dafür. Ich habe das ja auch alles bekommen. Aber Leute, kommt mir nicht damit, dass ich Eure Ressourcen verbraucht hätte. Und Euer Klima habe ich auch nicht versaut. ICH nicht.

Aber wenn ich eine bestimmte Sorte Junge Politiker (ich nenne v.a. MDB Amthor und andere ...) so lamentieren höre, dann könnte ich wirklich zu einem (wütenden) alten weißen Mann mutieren (aber immer noch nicht Trump wählen). Und Amthor, ich kann nur warnen vor wütenden alten weißen Männern, die haben nix mehr zu verlieren. Wehe, wenn sie losgelassen... Im Vergleich damit sind die "Fridays" noch nicht einmal ein laues Lüftchen. Amthor und Co. nehmt Euch in Acht!

Tschüss

 

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Ob die Website Cookies verwendet oder irgendwelche Daten von Ihnen speichert? Ob irgendwelche Google-Tools im Hintergrund laufen? Ehrlich, liebe User, ich weiss es nicht - und wenn, dann komme ich an diese - Ihre - Daten nicht heran. Ihre Daten interessieren mich auch nicht. Und andere kommen auch nicht an Ihre Daten, hoffe ich. Ich weiß allerdings nicht, ob irgendwelche UK-/US-Geheimdienste mitlesen!!! Also seien Sie lieber vorsichtig...