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Autonomes Autofahren 2. Die große ethische Frage

Kaum beschäftigt man sich mal mit der Problematik autonom fahrender Autos, drängt sich – gefühlt – sofort die Frage auf, was ist, wenn...

... wenn zum Beispiel ein autonom fahrendes Auto vor die Frage gestellt wird, wen soll ich jetzt überfahren? Nee, ehrlich, diese Frage wird von Ethikern und Philosophen ernsthaft (!) diskutiert... Wenn das Auto also außer Kontrolle gerät (dann ist die Frage eh Quatsch, wenn ein Auto außer Kontrolle ist, ist es außer Kontrolle, dann kann auch das beste Photonen-Gehirn (s.u.) nix mehr machen und schon gar nicht wählen) – aber wenn die Bremsen versagen, und auf der einen Straßenseite stehen x Nonnen in Tracht und auf der anderen Seite y Mütter mit Kleinkindern. Dabei soll gelten: x>y, oder vereinfacht gesagt, da stehen ein Haufen Nonnen und wenige Mütter mit Kindern. Wen soll das Auto überfahren? Prämisse: In der Mitte zwischen beiden durch "ist nicht"! Ja, da kann man jetzt „hirnen“...

Die (Ex)Verkehrsminister Ramsauer, Dobrindt und Scheuer (alle CSU, also nonnennah, glaube ich mal) haben zu der Frage meines Wissens bisher nicht Stellung bezogen - sie stehen politisch betrachtet vermutlich im Zwist zwischen Nonnennähe und Erziehungsgeld... Oder CSU-Chef Söder hat sich noch nicht abschließend geäußert?


30Nach den Asimovschen Robotergesetzen (ich zähle autonom fahrende Autos zu den Robotern, wozu sonst) dürfte ein autonom fahrendes Auto nie so schnell fahren, dass es zu einem Unfall kommen kann, in dem das Auto unsteuerbar wird:

§1) Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit dafür sorgen, dass einem Menschen Schaden zugefügt wird.

§2) Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, ein solcher Befehl würde Regel 1 verletzen.

§3) Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, es sei denn, dieser Schutz würde die Regeln 1 oder 2 verletzen.


 

Zurück zum Problem unseres autonom fahrenden Autos: Die „guten“ Nonnen betreiben (natürlich) ein Heim für kranke Menschen, darunter Literatur- und Friedenspreisträger, deren Leben von der Pflege der Nonnen abhängt. Der Literaturpreisträger möge noch ein sensationelles Buch in der Schublade haben, eines, auf das die Welt wartet, das aber nie erscheinen wird, wenn das Auto sich für die Nonnen entscheidet - naja, oder muss es "gegen die Nonnen" heißen? Eine der Nonnen könnte die nächste Mutter Theresa werden.

Unter den Kindern könnte eines sein, das später einmal alle großen Fragen der Kosmologie („Woher kommen wir, wohin gehen wir? Vereinigung alles kosmologischen Theorien) lösen könnte, ein weiteres möge das Zeug in die Wiege gelegt bekommen haben, einen Messi auf einen Bierdeckel auszudribbeln.

Wen also übermangeln???

Sie fragen sich jetzt, was Slartibartfas geraucht hat, dass er auf "so etwas" kommt? Nein, nix, ich verfüge im Moment tatsächlich über eine klare Birne, soweit ich das beurteilen kann. Die Frage habe ich mir nicht ausgedacht. Die wurde in allen großen Zeitungen und Medien publiziert, weil Ethiker und Philosophen sie öffentlichkeitswirksam gestellt haben. Sie hatten ihre Gründe - s.u.

Und trotzdem, ich finde, dass sie Blödsinn ist – denn die Wahrscheinlichkeit, dass in Deutschland an einer Straße gleichzeitig und eng gedrängt 20 Nonnen stehen, die ein Pflegeheim betreiben, dürfte sich in der Größenordnung von 10-20 bewegen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass auf einer Straßenseite gleichzeitig und eng gedrängt 5 Mütter mit Kinderwagen stehen, ist höher, sie liegt – geschätzt – bei 10-4. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Kinder im Kinderwagen superintelligent ist, mag 10-5 betragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Intelligenz in unserem Schulsystem zum Tragen kommt, liegt maximal bei 10-3.

Jetzt müssen Nonnen und Mütter mit Kinderwagen noch gleichzeitig einander auf verschiedenen Straßenseiten gegenüberstehen. Wahrscheinlichkeit 10-9?

Als letztes müssen die Bremsen des autonomen Autos gerade jetzt versagen (10-7).

Alles in allem beträgt die Eintrittswahrscheinlichkeit 10-20 x 10-4 x 10-5 x 10-3 x 10-9 x 10-7 = 10-48.

Eine Wahrscheinlichkeit von 1:1048 = 10-48 ist so gering, dass wir sie getrost außer Acht lassen können. Selbst wenn ich mich um den Faktor eine Milliarde (109) verrechnet oder verschätzt habe, bleibt eine Wahrscheinlichkeit von 10-39.

10-39, das ist in der Realität fast Null (Wahrscheinlichkeit "fast Null" bedeutet in diesem Zusammenhang: Wird nach menschlichem Ermessen in diesem Universum nicht passieren), 10-39 ist kleiner, als mensch sich vorstellen kann, ist aber NICHT Null (ältere Abiturienten mögen sich erinnern, Schüler mögen ihre Mathematiklehrer fragen, "von wegen, geht gegen Null" - Kinder, das gibt Punkte...).

Ich werfe einfach mal die gewagte Behauptung in die Debatte, die Wahrscheinlichkeit, dass 20 Königspinguine in einer deutschen Stadt am Straßenrand stehen, ist genauso gering... Oder nur geringfügig kleiner, die Gesamtwahrscheinlich also ebenfalls ca. 10-39 oder so beträgt.

Diw wahrscheinlichkeiten müßte mal eine nachrechnen, die es drauf hat...

Leute, lasst diese Nonnen-/Mütter+Kinder-Sache einfach. Wird aber nicht gelassen werden. Irgendwo wird irgendwer in Deutschland die Algorithmen für die erforderlichen Photonenrechner, die es noch gar nicht gibt, schon berechnen. Ingenieure deutscher Autohersteller werden schon Nonnen-|Mönch- und Mütter+Kinder-Detektoren entwickeln.

Andere beschäftigen sich garantiert mit der Entwicklung und Auswertung von Fragebögen für Nonnen und Mütter: Wie häufig stehen Sie in Gruppen am Straßenrand, und wie groß sind diese Gruppen (bitte in Stufen 1-5, 6-10, 11-15, 16-20, 21-25, >25 angeben)? Was sind das für Straßen? Wie hoch sind die Bordsteinkanten? Kennen Sie ein Nonnenkloster? Haben Sie schon einmal Pinguine gesehen? Was halten Sie von autonom fahrenden Autos? Würden Sie sich von einem überfahren lassen und warum (maximal 300 Zeichen) ? So in der Art, Sie kennen das...

Und dann bleibt da die Frage aller Fragen: Siehe oben.

Klar, da können jetzt ganze Lehrstühle für Philosophie mit Professor, Dr. habil. und Doktoranden jahrelang von den genehmigten DFG-Anträgen leben. Dann muss es natürlich noch mindestens einen Lehrstuhl geben, der die Ergebnisse des anderen Lehrstuhls kritisch prüft, einige weitere, die spät aber nicht zu spät auf das Thema aufspringen, und einen letzten der zu einem schlussendlichen Ergebnis kommen soll, die Frage aber offen läßt... Eigentlich müsste das Kartellamt wegen wettbewerbsrechtlich bedenklicher DFG-Absprachen eingreifen...

Anschließend leben jahrelang Plagiatsjäger von der Plagiatejagd, weil drei der Doktoren inzwischen in der Verkehrspolitik resp. beim ADAC Karriere gemacht haben.

Die Bundesbahn weist in mehreren Kampagnen darauf hin, dass Nonnen und Kinderwagen (Kinderwagen erst recht) auf Bahngleisen nicht zugelassen sind. 


Ach so, ja, genau, ein Gedanke bewegt mich noch: Als Sie Ihren Führerschein gemacht haben, sind Sie da gefragt worden, wen Sie plattmachen würden, wenn Ihre Bremsen versagen? Nonnen oder Kindsmütter?

Siehste!

PS. Nur falls es Sie interessiert: Für mich ist das klar, ich würde die Nonnen überfahren, aber nicht, weil ich Nonnen nicht mag, mich interessieren nur die kosmologischen Theorien mehr, und ich würde gerne sehen, wie jemand Messi auf einem Bierdeckel ausdribbelt...


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