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DIE ZEIT ONLINE (brand 1): Was wäre, wenn Inlandsflüge verboten wären?

 

Ein Szenario von Christoph Koch. Allerdings eines, das zu kurz denkt. Was bei "brand 1" nicht überrascht.

Zunächst beginnt er:

Ob für 25 Euro in der Economy-Class von Berlin nach Stuttgart zum Familienbesuch oder zum Geschäftstermin von München nach Hamburg in der Business-Class: Jeden Tag fliegen Tausende Menschen von einer deutschen Stadt zur anderen.

Da geht es schon einmal los: Der Flug ist billiger als das Taxi zum Flughafen! Tausende hört sich "niedlich" an. Genauer muss es heißen: Im Schnitt fliegen ca. 64.000 Menschen täglich innerdeutsch, denn gleich wird er schreiben:

23,5 Millionen Menschen sind 2018 innerhalb Deutschlands geflogen. ...
Bei den 194 800 Passagieren, die 2017 von Stuttgart nach Frankfurt flogen, lag die Zubringerquote bei 96 Prozent. Auf der Strecke Hannover – München flogen 49 Prozent der 268 600 Einsteiger weiter.

Auf der Strecke München – Rostock fliegt wahrscheinlich niemand weiter...

Wäre es möglich, die innerdeutschen Flüge durch Zugfahrten zu ersetzen? Auch das hängt stark von der jeweiligen Verbindung ab: Die Strecken zwischen Berlin und München (beziehungsweise Frankfurt) sind mit knapp zwei Millionen Passagieren pro Jahr die meistfrequentierten innerdeutschen Verbindungen. In einen modernen ICE mit zwölf Waggons passen 830 Passagiere. Man brauchte also 2410 Züge, um die Passagiere zu transportieren. Gleichmäßig aufs Jahr verteilt, ohne Hauptreisezeiten oder Feiertage zu berücksichtigen, wären das etwa sieben zusätzliche Verbindungen pro Tag.

Sieben zusätzliche Züge pro Tag? Das haut vielleicht die Bundesbahn in ihrem jetzigen Zustand um, mich jedenfalls nicht, der ich in die Zukunft schaut. Ich stelle mir vor, dass man die Züge um ein bis 2 Waggons länger machen könnte (nein, Ihr Besserwisser, am Münchener Hauptbahnhof, in Berlin und in Frankfurt sind die Bahnsteige lang genug), dann wären es nur noch 5 Züge, was wiederum bedeutete, dass bei täglich 10 Stunden (zwischen 06.00 Uhr und 16.00 Uhr) alle 2 Stunden ein zusätzlicher etwas längerer Zug fahren müsste. Das erscheint mir machbar – sogar für die Bundesbahn. Und Siemens würde sich über die zusätzlichen ICE-Aufträge freuen

... ein Inlandsflugverbot (würde) die Erderwärmung kaum verringern. Nur zwischen zwei und drei Prozent des weltweiten Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes entstehen durch Flugreisen – ein Bruchteil davon durch Inlandsflüge.

Da ist das hammerharte Argument "Erderwärmung nicht betroffen"! Super, also können wir weiter fliegen. Das hört sich schwer nach Lobbying an, finde ich. Mich wundert, dass hier keine Berechnung erfolgt, die besagt, dass Flugreisen unter Berücksichtigung der insgesamt geflogenen Kilometer, der total transportierten Passagiere und der Höhe über dem Boden eine Umweltressourcen-schonende Sache seien, die bei genauer Betrachtung sogar CO2 verbraucht. Herr Koch, da müssen Sie noch daran arbeiten – gegen ein vernünftiges Honorar könnte ich da Ideen entwickeln, da träumen sie davon... Nur ein Hinweis: In Bodennähe erzeugtes CO2 wird wahrscheinlich von Grünpflanzen verstoffwechselt (gebunden und aus der Armosphäre entnommen). Aber zu welchem ökologischen Preis? Dazu wird Grundwasser (unser gutes Grundwasser! Grundwasser, das folgende Generationen von uns übergeben bekommen wollen) in Mengen verbraucht... o je! Arme Folgegenerationen. Daran hat noch niemand gedacht. Denn Ihr Kerosin (mit dem bisschen CO2 – Bruchteil von 2-3%-) wird ja weit oben in der Atmosphäre „verbraten“, kommt unten also nie an! Darüber, was es da oben in 10 bis 20 km Höhe chemisch macht, und wie es klimatisch wirkt, verlieren Sie sicherlich bewußt kein Wort. Lobbying?

... internationale Urlauber (sind) für Flughäfen lukrativer als Geschäftsreisende auf Inlandsflügen

Warum müssen Flughäfen lukrativ sein? Wer sagt das? Ist das ein Naturgesetz? Das ist doch wieder nur ein Geschäft - Zollfreie Waren, warum? Arbeitsplätze könnten Sie jetzt anführen. Was für Arbeitsplätze - lauter Billiglohn-Jobs: Leute die Koffer auf Bänder schmeissen, Frauen mit Kopftuch, die putzen, Verkäuferinnen, Kellner... Und qualifizierte Fluglostsen gibt es zu wenige!

Rund ein Drittel der innerdeutschen Flüge sind derzeit Geschäftsreisen. Im Falle eines Flugverbotes würden einige davon eventuell durch Meetings via Skype ersetzt, doch die Praxis zeigt, dass persönliche Treffen trotz moderner Technik keineswegs abnehmen. ... Andere Geschäftsreisende sind Ingenieure, die am Ankunftsort zum Beispiel eine Notfallreparatur ausführen.

Nicht zuletzt würde ein Verbot von Inlandsflügen Alternativen zur kerosinbetriebenen Luftfahrt stärken. Diese reichen von einer Renaissance der vielerorts eingestellten Nachtzüge bis zur Entwicklung von für den Passagierbetrieb geeigneten Elektroflugzeugen.

Mensch Koch, das ist mal eine Idee: Wieder mehr Nachtzüge, das wäre doch klasse! Und dann: Elektroflugzeuge. Man, man, Koch, bleib am (gedanklichen) Boden. Wir haben noch nicht einmal funktionierende Elektroautos in nennenswerten Zahlen und den erforderlichen Strom auch nicht. Von einem ausreichend dichten „Stromstellen“-Netz ganz zu schweigen. Da lamentieren Sie schon von Elektroflugzeugen...

Ich finde alle von Koch genannten Argumente hören sich zu sehr nach Pro-Flug-Lobbyarbeit an! Und das alles ist zu kurz gedacht! Koch setzt voraus, dass alles so bleiben muss, wie es ist. Urlauber müssen in den Urlaub fliegen! Müssen Sie das? Griechenland, Türkei, Ägypten, Malediven – sind das gottgegebene Urlaubsziele? Müssen Deutsche sich an der unmenschlichen Ausbeutung von billigen Arbeitskräften mit „all inclusive“-Urlaub beteiligen? Müssen alte deutsche Männer nach Thailand fliegen, um sich für zwei Wochen junge thailändische Frauen zu kaufen? Müssen Geschäftreisende „mal eben vorbeikommen“? Nein, MUSS man alles nicht.

Die Antwort auf Kochs Frage ist doch ganz einfach: Man muss Inlandsflüge ebenso wenig verbieten wie Auslandsflüge – man muss ALLE FLÜGE nur so teuer machen, wie sie tatsächlich sind. Nein, auch wenn die Vorstellung für Koch ein Horror sein mag: Billigst-Flug-Linien muss es NICHT geben.

Flugbenzin muss nicht steuerfrei sein. Ryan Air muss ihre Maschinen nicht von Billigst-Piloten fliegen lassen, die Ein-Mann-Unternehmer sind, und die ihre Altersversorgung selber bezahlen müssen, und die Fluggesellschaft muss ihre Piloten auch nicht anweisen, jeweils mit der Minimalmenge Kerosin zu fliegen...

Flughäfen müssen nicht mit Steuergeldern gebaut, finanziert und am Leben gehalten werden – lasst die Passagiere die Entstehungs- und die laufenden Kosten über ihre Tickets bezahlen, von mir aus mit "Bahnsteig-Karten" wie anne dunnemals. Wenn der Flug von Berlin nach Stuttgart one way 250 € oder mehr kostet, und wenn der „Geschäftsmann“ von Stuttgart nach Berlin und zurück mit Gesprächstermin und Firmenessen und Übernachtung zwei Tage braucht, wird er die Strecke nur dann fahren dürfen, wenn die Firma meint, er müsse wirklich...

Und dann werden viele Strecken mangels Passagieren bald unrentabel sein... Schließlich klärt der von den Freiheitsideologen und FDP so hoch gelobte „Markt“ die Frage „Was wäre, wenn, Inlandsflüge verboten wären?“. Es gäbe sie – die Flüge und damit die Frage – nicht. Es ist wirklich ganz einfach.

Weil der „Geschäftsmann“ dann nicht „mal eben vorbeikommen könnte“, würde die Wirtschaft regionaler oder gar lokaler, und dann könnte der Geschäftsmann „mal eben vorbeikommen“, weil er nämlich gleich nebenan Geschäftsmann ist. Dasselbe gilt dann für den Handwerker, der nicht mehr eingeflogen werden muss...

Statt ans Rote Meer würde die deutsche Familie an Gestade an Nord- und Ostsee, Atlantik und Mittelmeer oder in die Berge fahren, die mit Nachtzügen erreichbar wären (Kennen Sie „Nachtzug nach Lissabon?“ Lesenswert). Ich gebe zu, das wäre dumm für die deutschen Banken, die die Urlaubshotels in Griechenland etc. in dem Glauben finanziert haben, die Flüge wären „auf ewig“ so günstig resp. für die Flughafengesellschaften, die griechische Flugplätze in der Griechenlandkrise als Schnäppchen aufgekauft haben...

Nur dass das klar ist, die vielen Kreuzfahtschiffe mit philippinischen Besatzungen im Schiffsbauch, die man nie sieht, aber ohne die das Schiff nicht fahren könnte, braucht es meiner Meinung nach auch nicht als Urlaubsdomizil. Flug- und Schiffsurlaub sind Irrwege der modernen westlichen Kultur!

Die Bundesbahn wäre ein Gewinner: Sie würde mehr Geld einnehmen, könnte staatlich bleiben, der Staat könnte sich mehr Schienen, neue Brücken, neue Verbindungen und mehr Personal für die Bahn leisten: Das Reisen mit der Bahn würde halbstündlich möglich sein (sogar mit Nachtzügen), und vielleicht würden sogar die Speisewagen wieder funktionieren. Wer bräuchte dann noch innerdeutsche Flüge?


Und wissen Sie, wer der ganz große Gewinner wäre? Sie und ich! Das hätte doch etwas...

findet Slartibartfas

 

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Weil hier absolut nichts "Wirtschaftliches" stattfindet und ich als Websitebetreiber keine juristische Person/Firma bin, habe ich von einer Angabe von Steuer(Ident)nummer und Bankverbindung abgesehen. Ich hoffe, das ist für Sie okay - ansonsten können Sie mich ja fragen... (wenn es Sinn macht). Es handelt sich bei VEBQUERSTROM um eine sehr private Website, die Ihrer Unterhaltung dienen und - manchmal mit unsäglichen Kommentaren - auch zum Nachdenken anregen will. Irgendwelche wirtschaftlichen Interessen stehen an keinem Punkt dahinter! Sie können die Artikel und Bilderserien nur konsumieren, nicht kommentieren, also können Sie sich auch nicht als User registrieren. Ein Email-Versand findet nicht statt, das wäre mir viel zu viel Arbeit...

Ob die Website Cookies verwendet oder irgendwelche Daten von Ihnen speichert? Ob irgendwelche Google-Tools im Hintergrund laufen? Ehrlich, liebe User, ich weiss es nicht - und wenn, dann komme ich an diese - Ihre - Daten nicht heran. Ihre Daten interessieren mich auch nicht. Und andere kommen auch nicht an Ihre Daten, hoffe ich. Ich weiß allerdings nicht, ob irgendwelche UK-/US-Geheimdienste mitlesen!!! Also seien Sie lieber vorsichtig...


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