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Sind Holzpellets klimaneutral? Nie im Leben...

Wenn Sie die PR-Agentur der Holzpellets-Industrie fragen, garantiert! Wenn Sie die Werbebroschüren der Holzpellets-Industrie lesen, ganz sicher. Wenn Sie mich fragen, nö.

Man muss ja nicht immer auf alles PR-Gerede reinfallen, finde ich. Und zwar finde ich das u.a., weil ich lange genug selber mit oder sogar in PR-Agenturen gearbeitet habe.

Die Argumentation „pro“ Holzpellets als Erdöl-, Erdgas- oder Kohleersatz beim Heizen ist so simpel, dass sie fast schon wieder schön ist:

  1. Holzpellets sind klimaneutral, weil sie aus Holz sind. Logisch! Und zwar aus ansonsten unbrauchbarem Totholz, das in unseren deutschen Wäldern "einfach so" gefunden wurde.

    Der Rest wird natürlich nicht gesagt oder geschrieben: Das mit dem Totholz ist schon lange gelogen. Und das mit dem deutschen Wald auch. Das Zeug kommt inzwischen in großen Teilen aus extra angelegten Holzplantagen oder aus Kanada.

  2. Holzpellets bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen. 

Wenn man sich damit (also mit 1.) nicht zufriedengibt, kommen die „wissenschaftlichen“ Argumente:

  1. Holz entsteht beim Wachsen eines Baumes aus CO2 + Wasser + Sonnenenergie. Man nennt das Photosynthese.
  2. Beim Verbrennen von Holz, also auch Holzpellets, kann nicht mehr CO2 freiwerden, als der Baum vorher reingesteckt hat.

Das sagt die Pellets-Industrie und damit hat sich´s dann. Wenn man das wörtlich nehmen würde, müsste auch jede Steinkohlenheizung klimaneutral sein, denn Steinkohle entstand aus Holz, das vorher (nur eben viel früher) aus CO2+Wasser+Licht entstanden ist (zugegeben, das ist leicht simplifiziert, aber im Prinzip richtig)

Ich halte dagegen, wenn etwas verbrannt wird und CO2 dabei entweicht, dann ist CO2 entwichen. Basta. Das ist das eben nicht „wie-auch-immer-neutral“.

Ach so, ja, das wollte ich noch sagen: Wenn Pellets CO2-=klimaneutral verbrennen, ist auch jeder Waldbrand (auch die, die gerade in Brasilien, Griechenland oder in der russischen Arktis toben) CO2-=klimaneutral.

Aber genau das wird doch niemand ernsthaft behaupten wollen. In der Presse werden ja auch feine Unterschiede gemacht: Im Russland Putins entstehen klimafeindliche Gase wie CO2 und Methan, die das Klima bedrohen, in Brasilien geht „unser“ Regenwald, die „Lunge der Welt“, für Jahrhunderte kaputt, und in Griechenland sind kriminelle Brandstifter am Werke. Bemerken Sie die feinen sprachlichen Unterschiede?

Zurück zu den Pellet-Heizungen: Das Totholz, dass in den ersten Jahren der Pellet-Heizungen aus den Wäldern gesammelt hat, um es zu Pellets zu verarbeiten, wäre da normalerweise liegen geblieben, wäre langsam verrottet (hätte dabei langsam etwas CO2 abgegeben, der Rest wäre von der Bodenflora aufgenommen worden - also nur zu einen geringen Anteil wieder in die Atmosphäre entwichen. Als Pelletes verbrannt, wird das gesamte im Pellet enthaltene und vor vielen bis sehr vielen Jahren aus der Atmosphäre entnommene CO2 jetzt sofort und in vollem Umfang frei. Es ist also "altes" CO2, dass aus seinem Gefängnis "Holz" befreit wurde. 
Jetzt kommt der nächste große Trick der Holzpellets-PR-Fuzzies: Holz sei ja ein nachwachsender Rohstoff, sagen sie, mit dem Holzwachstum würde das durch die Pellets-Verbrennung frei werdende CO2 ja wieder gebunden. 

Es hört sich natürlich ganz anders an, wenn ein kreativer Wissenschaftler im Auftrag der Pellet-Industrie für viel Geld ein positives Gutachten zur CO2-=Klimaneutralität von Pellet-Heizungen erstellt...

  • „kreativ“ weil das Holz ja mehr oder weniger viele Jahre vor (!) dem Verbrennen gewachsen ist und dabei der Luft das CO2 entzogen hat,
  • "klimaneutral" hört sich dagegen so an, als ob das gerade entstandene CO2 gleich wieder gebunden wird - pustekuchen!
  •  "nachwachsender Rohstoff"... Jaaa, Holz wächst wieder, aber es dauert 50 bis 100 Jahre bis der Baum wieder die ursprüngliche Größe erreicht hat.

    Das frei gewordene CO
    2 hört ja nicht auf den Ruf "Husch, husch ins Hölzchen...". 
    Und selbst wenn das CO
    2 dann irgendwann wieder gebunden sein wird, nimmt es den Platz ein, den ansonsten anders, also "schlechter" entstandenes CO2 einnehmen würde.
    Das ist etwa so, als wenn ein Säufer, nachdem er eine Flasche Korn ausgetrunken hat, lallen würde, er habe gar nichts getrunken, denn Korn sei ein nachwachsendes "Zeugs", weil die Industrie ja wieder produziere, und morgen sei das Regal im Supermerkt ja auch wieder voll. Albern.

...das dann von einer geschickten PR-Agentur leicht modifiziert (im Endeffekt aber immer wieder dasselbe aussagend) tausendfach in der dankbaren Presse (dankbar weil attraktive Bilder aus Wald und Flur, schöne Grafiken und flott geschriebene Texte kostenlos verfügbar sind) untergebracht wird.

Wenn man einfach mal mit gesundem Menschenverstand an die Sache rangeht, merkt man: Etwas CO2-haltiges wird verbrannt, also entsteht CO2, und das entweicht in die Luft. Fertig. Mehr ist dazu nicht zu sagen. CO2 ist CO2, egal, aus welchem Prozess es stammt, es sind immer ein Kohlenstoff- und zwei Sauerstoff-Atome beteiligt, nix anderes. Und es gibt auch kein "gutes" und kein "schlechtes" CO2. Und wenn Sie eine Flasche Wasser "medium", Sprudel, Bier oder Champagner öffnen - immer entweicht etwas! CO2. Ach ja, auch die Dame mit dem Champagnerglas in der Hand könnte mit Fug und Recht behaupten, Chamapgner sei klimaneutral, denn Vergärung sei a) ein natürlicher Prozess und b) es würden ja immer neue Flaschen produziert werden... Na gut, lassen wir der Dame ihren Schwipps.

Eine Verbrennung kann nicht klimaneutral sein. Auch nicht, wenn irgendwo anders natürlich wieder Holz wächst. Tut mir leid, liebe & stolze Holzpellets-Heizungs-Besitzer, ihr heizt eben nicht "klimaneutral"...

... (und vom Feinstaub war noch gar nicht die Rede)

 

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