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Amthor2. Die Besten in den Bundestag!

So habe ich das gelernt – vor allem als Begründung dafür, dass die „Besten“ auch ein verdammt hohes Gesamtsalär erhalten.

Damit sollen "die Besten" bekanntlich a.) in den Bundestag gelockt werden und b.) auch noch unbestechlich gemacht werden. Welch ein task... Ich gehe mal davon aus, dass das bei dem einen oder anderen Bundestagsmitglied*in auch geklappt hat. Aber sicher nicht bei allen. Wie ruft Phillip Amthor aus dem Wald heraus: „Ich bin nicht käuflich!“

Vor ein paar Tagen war der junge Herr Amthor in der Presse ja noch Volljurist mit Prädikatsexamen. Inzwischen hat wohl wer mal in Greifswald angerufen und gefragt: Nix mehr Volljurist und erst recht nix mehr von Prädikatsexamen. Jetzt hat er nur nur das erste Staatsexamen abgelegt – damit könnte er in einer Versicherung als Sachbearbeiter ohne Karriereaussichten arbeiten... 

Ob ihn das nun qualifiziert zu den „Besten“ zu gehören, die uns regieren sollen? Er glaubt ja offenbar „ja“, ich glaube ja eher „nein“.

Trotzdem, aus seiner Sicht macht der Wechsel in die Politik dann Sinn:

1. Alle Parteien lechzen nach frischem jungen Blut – ansonsten bleiben nur Scheuer, Merz und Röttgen als politische Talente für die Zukunft. Grausamer Gedanke!

2. Die Parteien sorgen für Anreize, sich als frisches junges Blut zu bewerben: Im Bundestag gibt es 9.500 Euro plus steuerfreie 4.300 € Aufwandsentschädigung plus Bahncard 1. Klasse (600 €) plus 1.000 € Büroausstattung plus bis zu 20.000 € für ihr Berliner Büro im Monat und Briefpapier mit Bundestagsbriefkopf und dann natürlich noch diverse Nebentätigkeitsoptionen. Rentenanspruch lassen wir einmal außen vor.

3. Bundestagsabgeordnete*innen müssen eigentlich nix wirklich können, um die Karriereleiter hochzukrabbeln, man muss offenbar vorher nur die richtigen Leitern für die richtigen anderen gehalten haben. Dass das funktioniert sieht man am Scheuer und anderen Ministern*innen. Wobei die Frau Klöckner als Landwirtschaftsministerin ja immer wirklich schick aussieht – sogar mit High Heels im Schweinestall.

Jetzt also Amthor. Der hat alles richtig gemacht: Er kommt aus der letzten Ecke Deutschlands da hinter Greifswald, er trägt den Scheitel auf der richtigen Seite (rechts), er verkleidet sich mit Anzug und Krawatte als Biedermann und er hat sich mit seinen Tätigkeiten für AUGUSTUS und (mindestens) White & Case erpressbar gemacht. Das ist aus Sicht der Partei sehr gut, denn das Erpressungsmaterial kann man immer mal ausnutzen, um den jungen Herrn Amthor im richtigen Moment „auf Spur“ zu bringen...

Für die Partei ist alles schon wieder okay. Der Hamburger Bundestagsabgeordnete und CDU-Landesvize Christoph Ploß sagt: "Philipp Amthor hat sich entschuldigt und seinen Fehler eingeräumt." Das muss in der CDU reichen.

Damit ist alles aus der Welt. Der Rest ist Warten. Und er hat noch gesagt, er halte Amthor "für einen unserer Besten und für einen hochanständigen Kollegen".

Wahrscheinlich würde er das auch von der Kollegin Strenz behaupten, die durch die Zahlung eines Ordnungsgeldes finanziell verwarnt wurde – sie hatte „unwissentlich“ Bestechungsgelder aus Aserbaidschan oder so angenommen. Strenz kommt wie Amthor aus dem CDU-Landesverband in Mecklenburg-Vorpommern. Zufall? Oder System?

Zurück zu unserem jungen Freund Amthor. Ich bitte Sie, „einen unser Besten“ hat Ploß gesagt – wenn Amthor einer ihrer Besten ist, ja dann Gnade uns Gott! Also mal ehrlich, der ist doch höchstens dritte Liga, aber schon im Abstiegsbereich! Und dann soll der auch noch hochanständig sein. Na gut, Amthor mag ja auf einer CDU-Skala (da gab es ganz andere Skandale in DER Partei) unter „hochanständig“ laufen – aber auf einer neutralen Skala, nicht in einer Bananenrepublik? Gut, man sollte das nicht vergessen, Herr Ploß hat es ja auch nicht so weit gebracht: Er ist CDU Landesvizevorsitzender (das ist in Hamburg nur Opposition!) und wie Strenz Amthors Kollege im Bundestag (wie war das mit der Krähen Augen?), das haut einen ja nicht um, oder? Also können wir „einer unser Besten“ und „hochanständig“ getrost abhaken.

Bleibt, wer kommt nun nach Amthor? Oder züchten die in Greiswald oder auf der nahe gelegenen Insel Riems (da laufen so Bioversuche) gerade erst einen, den sie intellektuell UND vom Phänotyp her irgendwann tatsächlich vorzeigen können? Dann war Amthor vielleicht einer aus der Vorserie? Wenn das so sein sollte, bekommen die Beziehungen zur KI-Firma AUGUSTUS eine ganz neue Bedeutung.

 

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