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Gedanken zu Pottwalen

Arthur Dent by Arthur Dent

Angeregt durch den Abschnitt über von Hand erwürgter Pottwale in „Wirtschaftskrieg gegen Sassnitz“ von Slartibartfass habe mir erlaubt,

einige Gedanken zum Pottwal zusammenzustellen. Vielleicht sind sie für die Leser und Abonnenten von VEBQUERSTROM ja interessant schrieb uns Arthur Dent. Im Folgenden lesen Sie seinen Beitrag. Wir waren ja selber überrascht von der Reaktion unser Leser zum Thema Pottwal!

Der Pottwal, von Insidern und Freunden korrekt als Physeter macrocephalus bezeichnet, gilt in Bayern (wg. macrocephalus) als „Großkopfeter“ – was in Bayern in etwa reich, etwas arrogant und schnöselig heißt. Von daher wird er von diesem räuberischen Bergvolk eher in den Südwesten Münchens verortet, was aber völlig falsch ist, denn im Mittelmeer kommt er nicht vor. Die Brühe ist ihm einfach zu warm!

Aus eigener Erfahrung darf ich sagen, der Pottwal ist ein völlig zu Unrecht als Haustier wenig geschätzter Begleiter. Dabei ist die Haltung eines Pottwales unkompliziert und kann sehr befriedigend sein. Man muss ihn sich etwa wie einen Unterwasserhund ohne Leine vorstellen.

Was braucht es, um diesen treuen Freund am – nicht im! – Haus zu halten? Das ist nicht viel: Ein Meerwasser- Schwimmbecken von ca. ½ Quadratseemeile Fläche (der Wal genießt es geradezu, wenn sein Besitzer sein Becken mit ihm schwimmend teilt) und ca. 1.200+ Meter Wassertiefe. Die Wassertemperatur sollte zwischen kuscheligen 2°C und 8°C liegen. Das Futter sucht sich der Zahnwal selbst – wenn sich am Grund des Beckens genügend Riesenkalmare und ähnliche Kopffüßler tummeln. Pottwale fressen unten! Sehr gerne Riesenkalmare, die dort unten sehr selbstbewußt ihren Platz ziemlich weit oben in der Nahrungskette einnehmen. Und sie lassen sich nicht so gerne fressen. In der kalten Dunkelheit müssen sich epische Kämpfe zwischen Pottwalen und Kalmaren abspielen: Man hat in Pottwalmägen 30 cm durchmessende Kalmar-Augen und auf der Haut mehr als suppentellergroße Narben von Saugnäpfen gefunden. Das spricht für SEHR GROSSE Kalmare. Nie beobachtet aber sicher: Armageddon der Tiefe! 

Riesenkalmare sind allerdings im Tierhandel allein aufgrund ihrer Größe (ab 4 bis max. 10+ Meter) und ihrer Neigung, Aquarien oder Becken nachts ohne Erlaubnis zu verlassen, schwierig zu beschaffen; das Problem sollte vor der Anschaffung eines Pottwales geklärt werden, denn hungrig-wütende Pottwale (vor allen sog. „Bullen“ = Pottwal mit Pimmel) können allein aufgrund ihrer Größe „unangenehm“ werden, da rangeln sie gerne mal mit dem Beckenbesitzer. Als sog. „Ochsen“ kommen Pottwal nie vor, da haben sie etwas dagegen.

Zur Größe:Ein Physeter macrocephalus-Bulle kann offenbar bis zu 20 Meter lang und 100 Tonnen schwer werden. Das ist GROSS! Damit dürfte er zu den größten Wirbeltieren zählen, die die Erde je belaufen oder beschwommen haben.

Saurier, wenden Sie ein? Naja, die werden häufig einfach überschätzt. Ganz nebenbei bemerkt, die in „Jurassic Park“ werden um ca. 25% zu groß dargestellt. Hollywood!

Der ausgewachsene Pottwalbulle ist 10 Millionen mal so schwer als ein Kolibri und 15 mal so schwer als ein Elefant (ausgewachsen, männlich). Es ist allerdings nicht bekannt, ob diese Größenverhältnisse jemals einen Pottwal, einen Kolibri oder einen Elefanten interessiert hätten.

Alle Wale sind bekanntlich große Musikfreunde, sie singen gerne. So auch der Pottwal. Walgesang ist (für Nichtwal) allerdings gewöhnungsbedürftig. Auch das sollte vor der Anschaffung eines Wales als Haustier abgewogen werden (auch mit Nachbarn, denn Walgesang trägt weit, sehr weit!). Sehr empfehlenswert zur Abschätzung sind Schallplatten mit Walgesang, die es im örtlichen gut sortierten Fachhandel gibt.

In der Literatur kommt der Pottwal relativ selten vor: „Moby Dick“ und „Per Anhalter durch die Galaxis“ sind die bekanntesten Bücher, die sich u.a. mit dem Pottwal beschäftigen. Dann ist noch „10.000 Meilen unterm Meer“ von Jules Verne zu nennen, da kommt auch ein Pottwal vor. Douglas Adams schätzt in „Per Anhalter durch die Galaxis“ die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Verwandlung einer angreifenden Rakete in einen Pottwales über dem Planeten Magrathea mit einer extrem hohen Unwahrscheinlichkeit von 10-250.000 (steigend) ein, verneint sie mit diesem Wert von Null verschiedenem Wert aber auch nicht vollständig! In seiner sehr kurzen Lebenszeit zwischen Entstehen in der Stratosphäre und Aufprall am Boden versucht Adams´ Pottwal sein Ich zu finden, übrigens begleitet von einem Petunientopf mit ähnlichen Problemen...

Berühmte deutsche Autoren von Goethe bis Grass haben das Thema gemieden. Autoren mit anderen Anfangsbuchstaben als G wurden in der zitierten Studie allerdings nicht untersucht. Grass hat in dem Roman „Blechtrommel“ in der ekligen Aal-Pferdekopf-Szene die vielleicht größte Annäherung an das Wal-Thema versucht, noch einmal hat er sich des Fischigen mit dem Werk „Der Butt“ angenommen.

Als Thema in Filmen fallen vor allem „Moby Dick“ mit Gregory Peck (wer sonst?) als Captain Ahab und einem leider nicht namentlich genannten Pottwal als Moby Dick, sowie „Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart“ mit Capt´n Kirk, Spock und all den anderen ein. Diverse Naturfilme lassen wir hier mal aus, die sind zu reisserisch und zu wenig literarisch...

Als Haustier der Deutschen wird der Pottwal weit nach Katze, Hund, Kaninchen, Hamster, Meerschwein, Vögel, und Fischen (kleine! Fische), Krokodil, Würgeschlange oder ... NICHT genannt. Weder bei der Sortierung nach Zahlen noch nach Gesamtgewicht Biomasse.

Gut, die Unhandlichkeit des Walfisches mag ein Grund sein. Ein weiterer der unbeschreibliche Mundgeruch. Dabei kann der Pottwal, gut gehalten, sehr anhänglich, liebevoll, geradezu kuschelig sein. Als Muttertier ist seine Kinderliebe unübertroffen.

Pottwalmilch schmeckt Menschen NICHT wirklich gut, eher fischig und sehr tranig! Aber Pottwalmütter werden selten gemolken. Als Speise“fisch“ kommt der Pottwal vor allem in Japan, Island und – mit Abstrichen – in Norwegen auf den Tisch. Ob das Fleisch Bewohnern dieser Länder schmeckt? Sie behaupten es, es ist aber nie wirklich unabhängig überprüft worden...

Kinder der Nachkriegsjahre verdanken dem Wal viel: Waltran hat sehr viele deutsche Kinder über die schweren Nachkriegsjahre mit Vitaminen (vor allem D) und anderen angeblich gesunden Substanzen versorgt. Aber zu welchem Preis! Heute 70+jährige wissen noch um den unerträglichen Geschmack! Damals hieß es dann Nase zuhalten, Mund auf, Löffel Tran rein, schnell schlucken und Geschmack vergessen. Nur nicht kotzen! Das ging so bis Rotbäckchen kam. Das schmeckte besser und war (vermutlich) auch viel teurer, egal, Hauptsache kein Tran mehr!

Apropos Fisch, Walfisch – der Wal, und damit auch der Pottwal, ist gar kein Fisch. Nur weil er im Meer lebt, ist er noch lange kein Fisch, er hat Lungen und keine Kiemen. Zum Atmen muss er auftauchen. Aber er kann die Luft lange anhalten (ca. 2 Stunden) und TIEF tauchen (ca. 2.000 Meter).

Macrocephalus gehört zu den Säugetieren, wie Rind und Schwein. Wenn man sagen würde, er gehört zu den Wirbeltieren (was sehr wohl richtig wäre), dann gehörten ja auch die Piepmätze dazu – und sich Pottwal und Kolibri in einer Gruppe vorzustellen, das verlangt der Fantasie wirklich zu viel ab. Da sollen die Biologen alleine mit fertig werden.

Die ganze Gruppe der Wale – genauer ihre Vorfahren, die damals noch nicht wie Wale aussahen – hat sich vor Jahrmillionen gesammelt entschlossen, wieder ins Wasser zu gehen – und einige haben es zu ihrer eigenen Überraschung sogar überlebt! Und als sie nicht starben, entwickelten sie sich zu Walen, einige zu Pottwalen. Wie sie von Menschen vorindustriell gejagt und fast ausgerottet wurden, ist eine so traurige Geschichte, die wollen wir uns hier sparen!

Einige russische Oligarchen sollen auf Besitztümern in der Nähe von Irkutsk versucht haben (wir begeben uns hier auf das Gebiet von Gerede und Mythen), Pottwale in Becken o.g. Dimensionen zu züchten. Das erwies sich als schwieriger als Meister der Premier League zu werden. Die Intelligenteren unter ihnen haben das Prinzip sehr bald umgedreht: Statt das Becken am Haus zu haben, haben sie ihre Häuser in Formen großer Jachten aufs Meer verlegt – und schon klappte das mit der Zucht! Außerdem ist´s auf den Nordatlantik kuscheliger als in Irkutsk im Winter.

Zurück zum Futter. Der Pottwal selbst ist sehr genügsam – mehrere Tonnen Kopffüßler (lebend) pro Tag, das ist´s eigentlich schon. Klar, in der Folge hat so ein Pottwalschiss es in sich, aber dafür hat man ja Personal... Den beseitigt man ja nicht selber. Und wenn Moby Dick mal ´nen ordentlichen Nasenpopel rausniest (was vorkommt), dann nennt man das Ambra, das kann man richtig teuer an die Parfümindustrie verkaufen, weil Ambra so selten und daher so teuer ist... Dafür geht sogar ein Abramowich zu Fuß zu Douglas... Nicht zu Rossmann, die wissen nicht, was das ist.

Pottwale kann man in der freien Natur eher als im Zoo besuchen und sehen. Man sieht eh immer nur die Schwanzflosse, die der Wal aber eher als Fluke bezeichnet wissen will. Hört er „Flosse“ und bezieht das auf ein Hinterteil, kann er ganz schön muckig werden. Oft sehen Kreuzfahrtpassagiere den Blast eines Wal. Da heißt es dann: „Da bläst er!“. Kommentar einer leicht pikierten Kreuzfahrerin: „Tatsächlich? Er? Wer? Wen?“

Aber das ist eine andere Geschichte, von der Pottwale nix verstehen.

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