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Früher war alles einfacher, da hieß das hier Querdenken, Querdenkereien oder Quer-ich-weiß-nicht-was. Dann kamen diese unegalen Möchtegern-Querdenker, die verrückten Ärzte, Köche, Nazis, Impfgegner und Gates-Feinde, die allesamt Corona ablehnen, und das auch öffentlich abstands- und maskenlos protestieren. Mit denen möchte ich bitte auf keinen Fall in einen Topf geworfen werden. Deshalb kein Querdenken mehr, das könnte verwechselt werden, jetzt bin ich eben am ceterum censeo...
 Bananenbuch
"Wenn Bananen "Wenn Gondeln Trauer tragen" sehen.
Ein außergewöhnlicher Fotocomic, den man gelesen haben muss

Hier in voller Länge

Seegras/Treibsel am Strand

Ergänzte Version. Meistens sieht es am ewig langen Strand der Schaabe so aus: Verlockend strahlend weiß der Sand,

blau das Meer, blau mit weißen Wolkentupfen der Himmel und die Sonne, naja, die ist wie immer...

Dann wieder gibt es Tage, vor allem nach heftigen Winden oder Stürmen, an denen der Spülsaum dezimeterhoch mit seltsam braunem offenbar biologischen Zeug bedeckt ist, und die ersten Meter im (Bade)Wasser braun von toten Wasserpflanzen sind. Da mag das Wetter schon wieder „strandschön“ sein, der Tourist mag ob der undurchsichtig braunen Brühe kaum ins dahinter lockende Wasser waten. Und die Wellen spülen immer mehr von diesem braunen Zeug an den Strand.

In diesem braunen Zeug wimmelt es sichtbar von kleinem Leben, aber nicht lange, dann sind auch kleine Krebse und Muscheln nach wenigen Stunden Sonneneinstrahlung gestorben – dann beginnt es am Strand wirklich unangenehm zu riechen.

Das „Zeug“ heißt „Treibsel“. Sturm, Strömung und Wind haben es an den Strand gespült –das "Zeug" besteht aus abgerissenen „Blättern“ von Seegras der Art Zosteria marina und verschiedenen Braun- und Rotalgen und Blasentang.

Eigentlich ist das Vorkommen von Treibsel ein gutes Zeichen für die Wasserqualität!
Sieht nur blöd aus, fühlt sich nicht gut an... Und riecht unangenehm!

Während weltweit Seegraswiesen eher rückgängig sind, ist an der Ostsee seit den 1960er-Jahren eine Erholung der Seegraswiesen auf Sandbänken in 4 bis 17 Meter Tiefe zu beobachten. Treibsel entsteht im Sommer durch den Abriss von Habitaten, im Herbst werfen die Seegraspflanzen ihre „Blätter“ ähnlich wie Bäume an Land ab.

Das Gewöhnliche Seegras Zosteria marina wächst als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze untergetaucht im Küstengewässer der Nord- und Ostsee auf Sandbänken vor den Küsten bis zu einer Tiefe von 4 m bis zu 17 m, vor. Die Pflanzen erreichen Längen von 30 bis 100 Zentimeter. Es ist im sandigen Grund mit Wurzeln (Rhizom) verankert.

Es ist auf der gesamten Nordhalbkugel in den gemäßigten und subtropischen Zonen verbreitet. Stellenweise geht seine Verbreitung jedoch auf Grund menschlicher Einflüsse zurück. Für die deutschen Nord- und Ostseegewässer geht man von bis zu 400 km² Seegraswiesen aus. Das hört sich nach viel an, ist es aber nicht (mehr). Deshalb ist es in Deutschland in der Roten Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen als gefährdet eingestuft

Große Seegraswiese sind in den Meeren u.a. deshalb so wichtig, weil sie für viele Fische und Krustentiere eine Laich- und Kinderstube und für deren Räuber einen reich gedeckten Tisch darstellen. Außerdem speichern sie 35mal so viel CO2 wie die gleiche Fläche brasilianischer Regenwald! Und das Beste ist, das gespeicherte CO2 bleibt auch nach dem Abwerfen in den Blättern gespeichert, geht also erst einmal nicht in irgendwelche CO2-Kreisläufe ein und wird wieder freigesetzt.

Das Zosteria marina blüht unter Wasser tatsächlich, und zwar zwischen Juni und September. Die Bestäubung der Blüten erfolgt ausschließlich unter Wasser. Die Einzelblüten bilden einen fadenförmigen Pollen aus, der ausschließlich durch das Wasser ausgebreitet wird. Haben sich die Früchte – es handelt sich um kleine Nüsse- gebildet, werden diese ebenfalls durch das Wasser verbreitet. Es wurde beobachtet, dass bestimmte Vögel oder Fische die Früchte fressen, und mit der Ausscheidung der freigelegten Samen zur Ausbreitung beitragen.

Das Treibsel enthält neben dem Seegras verschiedene Algen. Im Unterschied zu Seegras wachsen Algen auf festem Untergrund im Meer, das heißt, sie haften sich mit einem Fuß an Steine und an harte Materialien an, während das Seegras auf/im Sand wächst.

Seegras filtert Schadstoffe aus dem Wasser und gibt Sauerstoff in das Wasser ab. Es verhält sich also in dieser Hinsicht wie Pflanzen an Land. Ein Quadratmeter Seegras kann bis zu 15 Liter Sauerstoff am Tag produzieren und seine Wurzeln belüften den Meeresboden. Zudem speichert Seegras große Mengen Kohlenstoff und Nährstoffe im Pflanzengewebe.

Solange das abgerissene Seegras noch im Wasser vor dem Strand rumdümpelt, gehört es niemanden. Erst wenn es den Strand erreicht hat und sich zu braun gewordenen stinkenden Haufen am Strand auftürmt, und von Touristen und Tourismusvertretern als entsorgungswürdig bis -pflichtig eingestuft wird, bekommt es einen Besitzer: Die Gemeinde! Und die freut sich richtig, nein, gar nicht...

Treibsel – auch am Strand - ist trotz optischer und Geruchsbelästigung eigentlich kein Abfall. Klar, weil es unangenehm riechen kann,hässlich aussieht und sich an nackten Füßen blöd anfühlt, wird es entsorgt. Gesundheitsgefährdend ist es aber nicht. Es besteht daher keine sog. Entsorgungserfordernis.

Wird das Treibgut schließlich von den Gemeinde am Strand eingesammelt und abgetragen, entsteht durch diverse Vorschriften plötzlich ein sog. Verwertungszwang! Und das zeug ist Sondermüll, den zu entsorgen, kostet besonders viel. Vewertungszwang bedeutet, das Zeug muss einer Verwertung zugeführt werden! Aber welcher?

Man darf es nicht einfach auf Deponien ablagern – ist nicht gestattet.

Denkbar wären eine landwirtschaftliche Verwertung (Düngung) nach einer Kompostierung oder eine energetische Verwertung (Verbrennung).

Man könnte es grundsätzlich als Dämmstoff im Hausbau verwenden, was sicherlich sinnvoller wäre als die jetzt verwendeten Schaumstoff- = Plastikprodukte. Könnte – aber es ist bisher nicht als Dämmstoff klassifiziert worden. Und ohne Klassifizierung geht in Deutschland nun einmal nix! Auf der dänischen Insel Laeso werden seit Jahrhunderten Hausdächer mit Treibsel gedeckt - es ersetzt so Reet. Einer der Vorteile von Seegras: Es ist im Gegensatz zu Reet unbrennbar und rottet nicht.

Früher hat man Matratzen mit Seegras gestopft – aber „die in Deutschland meistverkaufte Matratze kostet 199 € - glaube ich nicht – doch“, Sie erinnern sich an die TV-Werbung? Seegrasmatratzen sind mindestens seit 1950 aber so etwas von „out“... Für die wirbt keiner!

Im Ersten Weltkrieg existierte ein Erlass, dass Treibsel ausschließlich der kaiserlichen Armee zuzuführen sei, um als Füllmaterial für Schlafsäcke der Soldaten zu dienen.

Kissen könnte man auch heute wieder damit stopfen – die wären für Allergiker super geeignet, weil garantiert keine Milben in Seegras vorkommen, und das Seegras sehr viel Feuchtigkeit (Schweiß) aufnehmen kann. Aber da muss erst wieder eine Firma mit Fernsehwerbung darauf kommen, damit sich das lohnte. Genug Allergiker würde es ja geben.

Mit anderen Worten, das „Seegras“ muss erst wieder neu „erfunden“ werden, bis neue Generationen seine Vorteile erkennen. Das entsprechende start-up muss erst noch gegründet werden. Die Höhle der Löwen läßt grüßen. Bis dahin ist Seegras Treibsel und Treibsel ist Mist!

Die Strandreinigung von den Seegrashaufen und eine Kompostierung einer Tonne Seegras ist richtig teuer – sie kostet ca. 40 Euro. Das hört sich nicht nach viel an, die 40 Euro muss man aber mit der Menge multiplizieren. Ein Kubikmeter Treibsel wiegt am Strand fast eine Tonne. Bei mehreren Tausend Metern Strandlänge summiert sich das ...

Für eine kleine Strandgemeinde addieren sich schnell Gesamtkosten von rund 80 000 Euro pro Jahr..

Man könnte das Treibsel auch einfach da liegen lassen, wo es angeschwemmt wird – das wäre extrem ökologisch. Denn das angeschwemmte Gut schützt den Sandstrand vor Winderosion und bildet einen artenreichen Lebensraum für Strandflohkrebse, Insektenlarven und diverse andere Tierarten. Vögel freuen sich über die Nahrung, die sie in dem Treibsel finden. Und irgendwann würde sich eine Stranddüne bilden, die die Küste vor der See schützt... Aber bis dahin wäre der Strand für Touristen nicht nutzbar!

Treibsel an sich ist ein natürlicher Rohstoff, der eigentlich beweist, dass das Meer eine gute ökologische Qualität hat, und dementsprechend sollte man es nicht von vornherein immer mit einer negativen Assoziation versehen, sondern eben auch die Möglichkeiten sehen, die Treibsel bietet. So sehen es denn auch Umweltschützer, Ökologen und (einige) Naturwissenschaftler – ich vermute, vornehmlich im Binnenland, aber nur, wenn sie nicht gerade mit Familie als Touristen ihren Urlaub am Strand verbringen. Denn finden viele von ihnen, wenn viel von dem Zeug kommt, muss es schnell entsorgt werden

Noch einmal zur Verwendung: Es gibt Landwirte, die das Treibsel direkt als Düngerer- oder als -zusatz auf ihre Äcker bringen

Aber auch da gibt es Probleme: Eine Düngemittelverordnung, die seit Kurzem in Kraft ist, verpflichtet die Landwirte, genau Buch zu führen, wie viele Nährstoffe – Phosphate, Nitrate, Kalium, Kalzium – sie auf die Äcker bringen, und das erschwert die Verwendung von Treibsel als Dünger, obwohl die Erfahrung sagt, dass es problemlos ist, dieses zu tun. Aber wie so oft sind ein paar Paragrafen der praktikablen Lösung im Weg. Wieder einmal.

Was den Treibsel-Dünger gegenüber den chemischen Keulen der Agrarindustrie besonders hervorhebt sind einige natürlich Inhaltsstoffe

Algen enthalten zum Beispiel

  • Cytochinin, das ist ein Pflanzenhormon. Durch dieses Pflanzenhormon werden die Pflanzen resistenter gegen Stress, Übersalzung oder Dürre oder auch Krankheiten bzw. Krankheitserreger.
  • Betaine, das fördert den Chlorophyllgehalt.
  • Sterole, das sind sowas wie pflanzliche Steroide, dadurch werden die Pflanzen größer.

Allerdings können Produkte, die auf Treibsel-Boden wachsen, nicht mit einem Biosiegel versehen werden.

Das Unterpflügen und Lagern von Treibsel bedeutet eine Menge Arbeit für den Landwirt. Deshalb erhält er Geld dafür, anstatt für den Rohstoff zu bezahlen.

Interessanterweise ist das Treibsel sehr beliebt bei Pferdehaltern als Einstreumaterial, weil es dort so, wie es ist, verwendet werden kann. Und aus Sierksdorf wurde bekannt, dass es dort nahezu keine Treibsel-Reste mehr gibt, seitdem sich bei den Pferdehaltern rumgesprochen hat, dass das den Hufen ihrer Hottehühs ausgesprochen gut bekommt. Es ist entzündungshemmend, und die Pferde mögen das offenbar sehr gerne in ihrer Box haben.

 

 

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