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Baufuzzi-Job. Neuer Beginn! Ein Prequel

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Teil 0 

„Tja“, sagte der Anwalt als endlich alle saßen und sonst erst einmal nichts. Pause. Bis in alle ansahen. Die Gesich-ter vor ihm waren angespannt.
„Tja“, sagte er noch einmal, und legte seine Hand auf drei dick gefüllte Ordner, „das ist unsere Korrespondenz mit dem Bauträger, und das“, jetzt hielt er ein dünnes Mäpp-chen hoch, „sind deren Antworten – nicht viel, nicht wahr? Und inhaltlich ist das von denen noch dünner, als diese lächerlichen paar Seiten. Vor Gericht haben wir alles gewonnen, was wir eingereicht haben. Wir haben es ge-richtlich festgestellt, dass hier Pfusch am Bau in bisher kaum bekannten Ausmaß vorliegt. Aber,“ er machte wie-derum eine Pause, „das alles nützt nun nichts mehr, denn, meine Damen und Herren,“ er holte noch einmal tief Luft, um dann fortzufahren, „die Sache ist so... Also, m eine Damen und Herren, unser Gegner, der Bauträger Triebsaal GmbH & Co KG hat vor 4 Tagen Insolvenz angemeldet. Da helfen uns nun auch unsere gewonnenen Prozesse nichts mehr... Die sind jetzt raus!“
Jetzt musste er wirklich eine Pause machen, denn die angespannten Gesichter wurden zu empörten Mienen. Und ein Sturm brach los. Lautstark. Undiszipliniert. Chao-tisch. Damit hatte er allerdings gerechnet.

„Dieses Schwein ...“
„Hab´ ich´s doch gewusst ...“
„Diese dumme Sau ...“
„Den müsste man ...“ (der Rest ging unter).
„Was bedeutet das denn?“
„Was wohl? Der zahlt jetzt nix mehr ...“
„Aber das muss er doch ...“
„Jetzt nicht mehr ...“
„Das geht doch nicht ...“
„Doch!“
„Den sollte man an den Eiern aufhängen ...“
„Kielholen ...“
„Am nächsten Laternenmast ...“
„Erschlagen ...“
„Aber was bedeutet das denn ...?“
„Dass wir auf der Scheiße sitzen bleiben ...“
„Ja, darf der das denn?“
„Fertigmachen, muss man den, aber richtig ...“
„Wir gehen an die Presse ...“
„Das bringt doch nix, die hat der doch in der Hand, die berichten doch nur immer für ihn – den großen Wohltä-ter!“
„Aber man müsste doch ...“
„Der baut doch noch in der Stadt, da muss man doch die anderen Käufer warnen ... Da baut der doch denselben Mist, oder?“
„Einen Kindergarten soll er in der Stadt bauen und den dann der Stadt spenden. Der ist doch nicht doof, der Typ, der weiß, wie man die einwickelt ...“
„Wie denn ...?“
„Ich habe mal im Internet nachgeschaut,“ warf ein Ama-teurjurist aus der Runde ein, „da würde ich sehr vor war-nen, dann verklagt der Sie wegen übler Nachrede, Ge-schäfts¬schädigung und so weiter... Das kann teuer wer-den! Lassen Sie es lieber sein.“
„Ostrecht“, habe ich doch schon immer gesagt rief der alte Herr, der ganz vorne rechts sehr aufrecht saß, recht laut dazwischen, „da kommen die Wessis hier einfach nicht mit zurecht, da muss man Ostrecht beherrschen ... Außer-dem bin ich für Attacke! Stander Z vor und Attacke! De-nen muss man zeigen, dass wir Eier haben und wo Bartel den Most holt!“
„Ostrecht, was für ein Schmarrn“, flüsterte die WEG-Vorsitzende und schüttelte den Kopf, „mein Gott, was für ein Schmarrn ...“
Der Anwalt erhob sich und breitete die Arme aus. „Meine Damen und Herren, bitte beruhigen Sie sich doch ... ich weiß, dass Ihnen das schwer fällt, aber so bringt das doch nichts ... Ruhe, bitte! BITTE! Können wir bitte weiter ma-chen. Es ist noch einiges zu besprechen und zu beschlie-ßen!“
Die höfliche Bitte nützte wenig, es blieb laut.


Donnernd schob sich der Verwalter der WEG dazwischen: „Ruhe“, brüllte er aufgebracht und stieg von seinem Stuhl wieder herunter, auf den er gestiegen war, „Ruhe, sonst lasse ich den Saal räumen...“.
Was Unsinn war, was ihm selbst absolut klar war, einigen anderen aber nicht. Hier ging es für alle um viel Geld, das die WEG von der Triebsaal GmbH & Co. KG zu bekommen hatte: Garantie-, Bau- und Reparaturleistungen für den Pfusch am Bau. Überschlagsmäßig ca. 500.000 € – das war nicht zu hoch angesetzt, weil die Fassade neu zu machen war, weil sie schon nach dem ersten Jahr, „im Arsch“ war, wie jedes Kind erkannte, weil in der Tiefgarage regelmäßig Wasserein¬brüche zu verzeichnen waren, und weil sie von der unteren Naturschutzbehörde für Autos gesperrt wor-den war, weil sich dort Fledermäuse aus dem benachbar-ten Fledermaus-Bunker-Reservat eingenistet hatten. Das war noch nicht alles. 30 oder 40 weitere „kleinere“ Bean-standungen am Gemeinschaftseigentum summierten sich: Unter anderem nicht schließende Türen, fehlende Schlüs-sel, undichte Fenster, zu wenig Mutterboden in den Gär-ten, feuchte, nein, nasse Kellerabteile. Die individuellen Beanstandungen am Sondereigentum der Wohnungskäu-fer waren da noch gar nicht drin!


Und der Anwalt wollte ja auch bezahlt werden. Nein, ins-gesamt 500.000 € waren eher niedrig angesetzt.
Nun gut, der Saal musste schlussendlich nicht geräumt werden, man hatte sich zwar nicht beruhigt, war aber stiller geworden. Von den 50 Wohnungseigentümern waren 48 anwesend, viele davon als Paare. Also streckten sich 48 Arme in die Luft, 48 Fragen wollten gestellt wer-den. Eigentlich nur eine: Was nun?
Der Anwalt nahm das Wort, um die rechtliche Situation zu erläutern. Schließlich kam heraus, von nun sei es an der Eigentümern, die Schäden auf eigene Kosten zu beseitigen. Dazu sei eine Umlage angesagt, die nach Besitztausends-teln berechnet würde. Das seien also je nach Wohnungs-größe zwischen 6.000 und 20.000 Euro.
Da brach gar großes Heulen und Zähneklappern aus.
Einer meinte lautstark, das Gemeinschaftseigentum sei ihm eigentlich völlig egal, er könne sich nicht erinnern, mit dem Kaufvertrag irgendein Gemeinschaftseigentum er-worben zu haben – das ginge ihm schlicht am Arsch vor-bei. Zwei oder drei andere Besitzerpaare fanden das eine gute Idee und stimmten lautstark ihm zu. Die anderen buhten sie nieder.


Der Anwalt sah sich gezwungen einen ausführlichen Dis-kurs zum WEG-Recht im Allgemeinen und zum Kauf von Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum beim Woh-nungskauf im Besonderen beizutragen, der die Sache aus seiner Sicht abschließend klärte – er setzte dabei aller-dings auf ein gewisses Grundverständnis, was aber nicht bei allen gegeben war.
Es wurde wieder lauter.


„Wer hat denn immer so viel Geld rumliegen...“
„Nie und nimmer ...“
„Wo kommen wir den dahin ...“
„Vorher verkaufen wir ...“
„Und das neue Auto ...?“
„Das gibt mir die Bank nie ..., nicht in diesen Zeiten!“
„Dann können wir ja nicht mehr in Urlaub fahren ...“
„Damit konnte doch niemand rechnen ...“
„Mein Gott ...“
„Kann man das auf die Mieter umlegen?“, fragte eine hoffnungsvolle Stimme.
Einige wenige blieben ruhig, das waren vor allem die, die nicht finanziert hatten.
„Ob wir mal mit Mutti ...?“
„Nee, nicht noch einmal, Blödsinn. Die ist doch jetzt auch pupe. Ich bringe den um, das ist alles ...“
„Spart das denn Geld ...?“
„Bei uns in München haben wir ...“
„Wessi!“
„Ossi!“
„Dreckskapitalisten!“
„Sie ...? Meinen Sie etwa uns?“
„Nein, Blödsinn ... Natürlich den Triebsaal, diesen miesen Kapitalisten ...“
„Wir wollten die Wiedervereinigung doch gar nicht, wir wollten doch nur mal rausgucken in die Welt ... War doch alles ganz schön bei uns, und jetzt haben wir den Kapita-lismus!“
„Ich wollte auch mal was sagen,“ rief eine aufgeregte Frau, „das gehört jetzt vielleicht nicht hierher, aber die Mieter über mir, die lassen die ganze Nacht die Waschmaschine laufen und ich bekomme kein Auge zu, Sie, das muss endlich aufhören ...“.
Niemand nahm das zur Kenntnis, genauso wenig wie den auf jeder WEG-Versammlung der letzten Jahre kommen-den aufgeregten Zwischenruf immer derselben Wohn-ungsbesitzerin, dass der Verwalter endlich ein Haltever-otsschild in der Straße zur Tiefgarageneinfahrt aufstellen möge, weil „man“ sonst den Bogen nicht richtig „nehmen“ könne. Und außerdem solle er endlich mal den Hof fegen, das ginge so nicht weiter. Das überhörten geflissentlich alle halbwegs vernünftigen Anwesenden, weil das nun bestimmt nicht zum Leistungsumfang eines Verwalters zählte.
Irgendwann war es einen Moment lang plötzlich sehr still im Saal, fast so, wie es angeblich im Auge des Orkans sein soll, wo allerdings noch niemand der Anwesenden gewe-sen war. Irgendwie mussten alle einmal einen Moment lang Luft holen. Nur ein leises Weinen war zu hören.
„Frau Lawrenz, was ist denn?“, fragte der Verwalter in die Stille hinein.
„So viel Geld! Das kann ich im Leben nicht aufbringen“ sagte die ehemalige Krankenschwester schluchzend, „für die Wohnung habe ich doch meine letzten Groschen auf-gebracht, sogar das Sterbegeld meines Mannes, Gott habe ihn selig, aber das wollte er ja auch so, ich sollte doch versorgt sein, das war ihm so wichtig. Vorher konnte er gar nicht sterben. Und keine Bank der Welt gibt einer alten Krankenschwester im Ruhestand einen Kredit, nicht einmal einen klitzekleinen, da brauche ich doch gar nicht erst hinzugehen, und Kinder habe ich doch nicht. Wenn die mich nicht gleich auslachen, dann komplementieren die mich auf jeden Fall höflich hinaus. Ich wollte in der kleinen Einraum-Wohnung nur noch in Ruhe alt werden – ohne Miete und so. Das wollte ich. Und mein Mann wollte das für mich. Ich kann mich nicht einmal vom Balkon stür-zen – vom ersten Stock bringt das nichts, höchstens gebrochene Beine. Da muss ich wohl ins Wasser ...“
„Nicht doch, Frau Lawrenz, da denken wir jetzt gar nicht erst daran. Wir werden schon eine passende Lösung für sie finden ...“
„Sie haben gut reden, Sie wohnen im vierten Stock, da ist tatsächlich Schluss, wenn man unten aufplatscht, vor allem, wenn Sie sich in die Tiefgaragenzufahrt fallen las-sen, da ist ja Beton! Das sage ich Ihnen.“
„Ach was, papperlapapp, wir finden eine Lösung für Sie, nicht wahr, Frau Vorsitzende?“. Die war nicht ganz bei der Sache, weil sie im Moment viel zu wütend auf die ganze unbeherrschte Bande war. Welcher Teufel hatte sie nur geritten, als sie sich damals zur WEG-Vorsitzenden hatte wählen lassen?
„Was ist?“, fragte sie kurz angebunden zurück.
„Ich sagte, „wir finden eine Lösung für Frau Lawrenz – irgendwie. Vielleicht können wir ihren Beitrag zur Umlage auslegen und stunden – irgend so etwas, oder?“
„Natürlich!“
Der Anwalt ließ eine Runde Schnaps für alle kommen; vor allem, weil er jetzt einen brauchte. Das beruhigte viele – etwas. Am liebsten hätte er jetzt etwas zum aufge-schnappten Thema „Dreckskapitalismus“ beigetragen, weil er seit Wochen kein neues Getriebe für seinen heiß gelieb-ten Vintage-Saab mehr bekam. DAS war Dreckskapitalis-mus, fand er, hätte er bloß seinen Moskwitsch damals behalten... Zu dieser Veranstaltung war er mit dem Fahrrad gekommen.
Die Veranstaltung ging weiter. Ein Resultat gab es bis jetzt nicht wirklich. Die Leute waren viel zu aufgeregt.
Diverse Zwischenrufe von ein oder zwei Wohnungsbesit-zerinnen, die männliche Teilnehmer der Sitzung aufforder-ten, sich als Männer zu beweisen und „den Schwanzlut-scher an seinen eigenen Eiern ersticken zu lassen“, liefen allesamt ins Leere, da niemand unter den Männern sich spontan bereit erklärte, zeitnah handlungsaktiv zu wer-den. Einer fragte zumindest, ob er sich ggf. als „im Notstand befindlich“ herausreden könnte. Der Anwalt warnte vor vorschnellen Handlungen, versicherte den evtl. Akti-ven sein vollstes Verständnis und wies abschließend da-rauf hin, dass er als Strafver¬tei¬diger nicht unerfahren sei, er die Chancen, „so“ davonzukommen, aber als gering einschätze.
Als er noch anfügte, Recht sei ein kompliziertes zivilisiertes Konstrukt, und das habe seiner vieljährigen Erfahrung nach erstaunlich wenig mit Gerechtigkeit und Rechtsemp-finden weiter Bevölkerungsteile zu tun, wurde es nach seinem Empfinden allerhöchste Zeit für ihn, sich von der Veranstaltung zu entfernen.

Einige Tage später trafen sich der Verwalter und die Mit-gliederinnen des WEG-Beirates in dem Zimmer mit dem Erkerfenster mit dem wunderbaren Blick auf das Meer und die gegenüberliegende Insel in der Wohnung, die der Verwalter vor wenigen Tagen im Schnellverfahren von einem Exbesitzer gekauft hatte, der es satt hatte und „nur noch weg“ gewollt hatte, koste es ihn, was es wolle – nun, man kann es nicht anders sagen, der Verwalter hatte auch unter Berücksichtigung der sicher kommenden Umlage ein schönes Schnäppchen gemacht.
„Schöner Blick“, sagte die WEG-Vorsitzende und deutete zum wiederholten Male nach draußen, um dann die Frage anzuschließen: „Was hast Du denn nun bezahlt?“. Damit wollte der Verwalter aber nicht herausrücken. Er lächelte stattdessen: „Trudi, dafür hättest Du sie auch genom-men.“
„Und nun?“, fragte die andere Dame aus dem Beirat, die noch nicht so lange dabei war.
„Vermieten, was sonst?“, erhielt sie von ihm zur Antwort.
„Das meine ich nicht? Was ist mit dem Objekt?“
„Wir warten, bis alle sich etwas beruhigt haben, und dann beschließen wir, was zu beschließen ist.“
„Das wäre?“
„Angebote für die notwendigsten Reparaturen einholen, die anderen soweit als möglich strecken, und einen Be-schluss beantragen, dass eine Umlage auf alle Besitzer ansteht, einzahlen, reparieren, bezahlen... Was sonst?“
Irgendwer schaute einmal in die andere Richtung, in der die Autos, die normalerweise in der Tiefgarage stehen würden, auf dem zwar nicht sehr gepflegten – aber im-merhin – Rasen standen. Wo sie keinesfalls hingehörten. Der Rasen war so kümmerlich, weil die Schicht Mutterbo-den, die die Triebsaal GmbH & Co. KG hatte aufbringen lassen, „ein Witz“ war, wie der bestellte Fachgutachter bestätigt hatte. Nun ja, das würde erst einmal so bleiben müssen. Im Moment hatten andere Pfusch-Reparaturprojekte Vorrang.
Und die scheiß Fledermäuse?“, wollte dieselbe Dame sehr undamenhaft wissen, „was machen wir mit denen? Das kann doch nicht so bleiben? Das da unten ist meiner,“ sie deutete auf einen blauen Sharan, „und den scheißen die Scheißmöwen jetzt zu.“
„Ärgerlich“, sagte der Verwalter, „doch ich habe mir den Bebauungsplan angeschaut, da steht schon drin, dass sich unser Bauplatz in einem Fledermausschutzgebiet befindet, „das hätten wir wissen können, man hätte bloß einmal reinschauen müssen und nicht nur in die geschönten Hochglanzbroschüren von Triebsaal, das sieht schlecht für uns aus resp. für unsere Autos, glaube ich ... Da ist die untere Naturschutzbehörde gnadenlos! Schwalben und Fledermäuse – da geht bei denen nix! Klar, da ist auch Neid dabei. Aber Möwenscheiße interessiert die nicht. Nicht auf unseren Autos. Die sagen höchstens, dass wir lieber Fahrrad fahren sollen, weil das jetzt in sei, damit diese kleine Schwedin zufrieden ist. Genauso, wie sie be-haupten, die Bäume an der Abbruchkante seien wertvolle unter Naturschutz stehende CO2-Binder – lächerlicher Schwachsinn, das sind nur beschissene Pappeln und Wei-den, die werden überall anders auf der Welt als Papier- und Energierohstoff verbraucht. Die wachsen wahnsinnig schnell und überall. Die muss man nicht einmal anpflan-zen, die finden sich ganz schnell auf jeder Brache. Mist, aber vor einem Fällen von diesem Mist und der Anpflan-zung von richtigen Bäumen, ich meine von Bäumen, die hier hin gehören, von wertvollen Bäumen, ich spreche zum Beispiel von Buchen, da sind die verdammten Grünen davor. Für die ist jede blattragende Pflanze mehr heilig. Mit denen kannst Du auch nicht diskutieren – habe ich versucht. Ich habe mit dem Chef der Grünen im Stadtpar-lament gesprochen – den kannst Du vergessen, da kannst Du eher mit dem Papst über seine Kinder reden, als mit dem über „freie Sicht“ und „ein paar Pappeln weg...“. Das geht gar nicht. Die werden gleich richtig militant, drohen mit Polizei, Gericht und Knast – und wir sollen uns ja nicht trauen, Hand an diesen „wunderbaren, aus ökologischer Sicht einmalig wertvollen Küstenwald“ zu legen, und sie würden uns ja kennen von der letzten Veranstaltung ..., sie würden uns gleich am Arsch kriegen, und so weiter. Man, hat der Kerl sich aufgemandelt!“
„Dann haben die uns mit den Viechern auch ange-schmiert“, sagte die Vorsitzende leise, „diese Mistkerle!“
Man trank noch die Flasche Champagner leer, war sich einig, dass man Recht hatte, während alle anderen ir-gendwie doof bis bescheuert waren und verabschiedete sich dann. Es war ja eh alles gesagt.
Es blieben die Versitzende und der Verwalter.
„Und?“, fragte der Verwalter nach einiger Zeit des Schwei-gens, „was machen wir also, Trudi? Off the records, meine ich ...“
„Ich jedenfalls nichts“, lächelte die Vorsitzende, „nichts, was ich mit irgend jemand besprechen würde!“
„Nicht einmal mit mir? Das hört sich nach einem interes-santen Plan an...“
Sie schüttelte lächelnd den Kopf. „Kein Plan, nein, nicht offiziell. Und selbst wenn, quasi off the records – Du willst nicht alles wissen, glaub´ mir ...“
„Ich habe schon mal an „Moskau Inkasso“ gedacht“, sagte der Verwalter leise so dahin. Die gibt es tatsächlich! Hätte ich ja nicht geglaubt. Ich habe die immer für eine Parodie einer Idee gehalten, allerdings einer guten!“
„Ja, aber die treiben nur Geld ein!“
„Das wollen wir doch.“
„Ja? Nur? Oder auch!“
„Wollen wir mehr?“
„Vielleicht?“
„Was denn, Trudi ?“
Sie schüttelte den Kopf.
„Du meinst ...? Echt?“
Sie zuckte mit den Schultern. „Ich habe nichts gesagt“, betonte sie.
„Aber mehr als Moskau Inkasso uns bieten kann?“
Sie ließ die Frage unbeantwortet im Raume stehen.
„Ich muss jetzt gehen, mein Lieber, ich habe eine Idee und eine Adresse von einer Freundin. Der Champagner hätte übrigens etwas kälter sein können ...“
Kurz darauf fiel die Tür hinter ihr ins Schloss und der Ver-walter grinste leicht. „Man o man“, dachte er bei sich, als er gedankenverloren den Blick übers Wasser genoss „die ist wahrhaftig hartes Urgestein, scheiße, die möchte ich nicht als Gegnerin haben ...“


 Hier geht es weiter mit der ganzen Geschichte

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